geneigt macht; obgleich" fuhr die Lady fort, indem sie auf dieBildnisse ihres Gatten und ihrer Söhne blickte, mit denen dieHalle behängen war, und tief aufseufzte — „obgleich ich,Obrist Grahame, nur sehr geringe Ursache habe, mit diesenverstockten und aufrührerischen Leuten Mitleid zu fühlen- Siehaben mich zur kinderlosen Wittwe gemacht, und ohne denSchutz unseres geheiligten Königs und seiner tapfern Kriegerwürden sie mich bald meiner Ländereien und Güter, meinesHerdes und Altars berauben. Sieben von meinen Pächtern,deren Grundzins zusammen sich auf etwa hundert Mark be-laufen mag, haben sich schon geweigert, Steuer und Pacht-geld zu zahlen, und waren keck genug, meinem Verwalter zusagen, daß sie weder einen König noch Gutsherrn anerken-nen, der nicht den Covenant beschworen."
„Ich will sie schon auf's Korn nehmen — das heißt, mitEw. Herrlichkeit Erlaubniß," antwortete Claverhouse; „eswürde mir übel anstehen, das Ansehen des Gesetzes nicht auf-recht zu erhalten, zumal wenn dasselbe so würdigen Händenanvertraut ist, wie denen der Lady Bellenden. Aber ich mußgestehen, es wird täglich schlimmer hier zu Lande, und ichwerde nothgedrungen zu Maßregeln veranlaßt, die mehr mitmeiner Pflicht, als mit meinen Gefühlen übereinstimmen.Indem ich davon spreche, kann ich nicht umhin, Ew. Herrlich-keit für die freundliche Aufnahme zu danken, die Ihr einigenvon meinen Leuten angedeihcn ließet, welche einen Gefangeneneingebracht, den man beschuldigt, den schändlichen MörderBalfour von Burley beherbergt zu haben."
„Tillictudlem," antwortete die Lady, „hat stets den Die-nern seiner Majestät offen gestanden, und ich hoffe, so langenoch hier ein Stein auf dem andern bleibt, wird es auch so-wohl zu ihrem Befehl stehen, als zu unserm. Und, dies Obrist