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„Dann solltet Ihr sie keinem ehrlichen Cavalier in de»Weg stelle», der schon heut' vor dem Frühstück seine zehn Mei-len geritten ist; denn die Wahrheit zu sagen, sie sehen sehreinladend aus. Aber wo ist Editha?"
„Auf der Zinne des Wartthurms," antwortete die alteLady; „sie sieht sich um, ob unsere Gäste bald kommen."
„Nun, dahin gehe ich auch, und das sollt Ihr auch thun.Lad- Margaretha, sobald Eure Schlachtlinie hier in der Hallein Ordnung ist. Ich kann Euch versichern, ein Regiment Rei-ter auf dem Marsch zu sehen, ist ein herrlich Ding."
Mit diesen Worten bot er ihr mit altvaterischer Galante-rie den Arm, und Lad- Margaretha nahm ihn mit einer dank-baren Verneigung, wie sie die Damen zu Holyrood-House biszum Jahre IL 42 zu machen pflegten, wo auf eine Zeit langHöflichkeiten und Höfe aus der Mode kamen-
Auf der Zinne des Thurms, wohin mancher gewundeneGang und manche unbequeme Wendeltreppe führte, fandensie Editha nicht in der Stellung eines jungen Mädchens, wel-ches mit unruhiger Neugierde einer muntern Reiterschaar ent-gegen sieht, sondern bleich, niedergeschlagen, und mit einemAntlitz, das deutlich verrieth, sie habe verwichene Nacht ver-geblich auf den Schlaf geharrt. Der gute alte Krieger warüber ihr Aussehen betroffen, welches im Drange der Geschäfteihre Großmutter völlig unbeachtet gelassen.
„Was ist Dir zugestoßcn, Du närrisches Mädchen?" sagteer; „Du siehst ja aus wie eine Ofsizicrssrau, die nach demGefecht einen Schlachtbericht liest und ihren Mann auf derListe der Erschlagenen und Verwundeten zu finden fürchtet.Aber ich weiß die Ursache — Du fährst fort die unsinnigenRomane Tag und Nacht zu lesen, und jammerst über Unglück,das niemals eristirt hat. Wie, zum Teufel, kannst Du glau-