„Ich dachte auch eben daran, Miß Editha; aber CuddieHeadrigg kann's nicht sein, der ist nicht so schlank, und vielgedrungener."
„Vielleicht," fuhr Miß Bellenden fort, „ist es einer vonunfern armen Nachbarn, an dessen Schicksal wir Antheil neh-men müssen."
„Ich will bald erfahren, wer's ist," sagte die kecke Jenny,„wenn die Reiter nur erst in Ruhe sind. Denn einen davonkenn' ich recht gut, den hübschesten und jüngsten.
„Ich glaube, Du kennst alle jungen, müßigen Bursche inder Gegend," erwiederte ihre Gebieterin.
„O nein, Miß Editha, so ausgedehnt ist meine Bekannt-schaft doch nicht. Natürlich muß man die Leute kennen ler-nen , wenn sie immer stehen und Maulaffen feil haben, undeinen anglotzen in der Kirche und auf dem Markte. Aber ge-sprochen Hab' ich noch wenig junge Leute, die hier im Hauseausgenommen, und die drei Stenisons und Tom Rand undden jungen Müller, und die fünf Howisons in NeithersheilSund den langen Tom Gilry und — — "
„O ich bitte Dich, kürze Deine Liste von Ausnahmen, dieallzulang zu werden droht; sag' mir nur, woher Du diesenjungen Soldaten kennst."
„Ei, Miß Editha, es ist ja Tom Halliday, der Soldaten-Tom, wie man ihn heißt; — er ward verwundet von denLeuten im Hügellande beim Conventikel von Outerside, undlag hier in der Kur. Ich kann ihn fragen, was ich will, derTom schlägt mir keine Antwort ab, dafür steh' ich."
„So versuch' es," sagte Fräulein Editha, „ob Du eineGelegenheit findest, ihn nach dem Namen des Gefangenen zufragen; dann komm' in mein Zimmer, und sage mir, wasDu gehört hast."