die haldverlöschte Inschrift über dem Thore sagt — wenn nurmein Bischen Latein nicht ganz zum Teufel gefahren — vonSir Ralph von Bellenden im Jahre izso, — ein respektablesAlter. Ich muß die Dame mit gebührender Ehrfurcht begrüßen,wenn's mir auch Mühe macht, einige Redensarten hervorzu-stöbern, in denen ich pfuschte, als ich noch in solche Gesell-schaft kam."
Während dieses Selbstgesprächs sagte der Kellermeister, derdie Soldaten durch eine Schießscharte beobachtete, seiner Ge-bieterin, daß ein Commando Dragoner, oder, wie er glaube,Leibgardisten mit einem Gefangenen am Thore warte.
„Ganz gewiß," sagte Gudyill, „ist der sechste Mann einGefangener; denn sein Pferd wird geführt, und die zwei vor-reitenden Dragoner haben ihre Karabiner auf die Schenkelgestützt. So bewachten wir immer die Gefangenen in denTagen des großen Marquis."
„Königliche Soldaten?" sagte die Lady, „vermuthlich ver-langen sie Erquickung. Geht, Gudpill, heißt sie willkommen,und laßt ihnen Alles reichen, was das Schloß an Vorrath undFutter geben kann. — Sag' meiner Kammerfrau, daß sie mirmeinen schwarzen Schleier und Mantel bringe. Ich will sieselbst unten empfangen; man kann ihnen nicht zu viel Ach-tung beweisen in diesen Zeiten, wo sie so viel für die Auf-rechthaltung des königlichen Ansehens thun. Und hört, Gu-dyill, sagt Jenny Dennison, sie solle sich in ihren Staat wer-fen, um vor mir und meiner Nichte hergehen zu können; diedrei Frauen sollen heiter aussehen, und sagt meiner Nichte,daß sie sogleich komme."
In voller Rüstung und begleitet, wie sie angeordnet hatte,segelte jetzt Lady Margaretha mit aller Würde und Feierlich-keit in den Hof hinab. Sergeant Bothwell begrüßte die stolze