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war es in seinem Hause noch Sitte, wie fünfzig Jahre früherin ganz Schottland, daß die Dienstboten, nachdem sie das Es-sen auf den Tisch gestellt hatten, sich selbst an das untere Endehinsetzten und in Gegenwart ihrer Herrschaft von den ihnenVorgesetzten Speisen genossen. Am Tage nach Cuddie's An-kunft, also am dritten nach dem Anfänge dieser Erzählung,setzte der alte Robin, welcher Kellermeister, Kammerdiener, Lauf-bote, Gärtner und Gott weiß, was Alles noch in MilnwoodsHause war, eine ungeheure Schüssel Brühe auf den Tisch, diemit Hafermehl und Grünkohl etwas verdickt war. Nur einhöchst genauer Beobachter konnte in diesem Suppenmeere zweioder drei magere Hammelsrippchen hcrumsegeln sehen- Zweiungeheure Körbe, der eine mit Brod von Gersten- und Erb-senmehl, der andere mit Haferkuchen gefüllt, standen auf bei-den Seiten der Schüssel- Ein großer gesottener Lachs würdeheut zu Tage eine reichlichere Haushaltung andeuten, aber da-mals wurden so viele Lachse in den größeren Flüssen Schott-lands gefangen, daß sie die gewöhnliche Kost der Dienstbotenausmachten, die sich's sogar einige Male ausbedungen habensollen, keine so widerliche, magenverderbende Speise mehr alsfünf Mal in der Woche essen zu müssen. Die große schwarzeKanne mit Dünnbier von Milnwoods eigenem Gebräu, so wieHaferkuchen und Brühe wurden den Dienstboten preisgegeben;aber das Hammelfleisch ward für die Familienhäupter, mitEinschluß der Frau Alison, aufbehalten, und ein Maaß Doppel-bier, das allenfalls diesen Namen verdiente, wurde für sie zuihrem ausschließlichen Gebrauche in einem silbernen Kruge seit-wärts auf die Tafel gestellt. Ein gewaltiger Kebbock (d. h-ein Käse aus Schaf- und Kuhmilch) und ein Gefäß mit ge-salzener Butter standen zu gemeinschaftlichem Gebrauche da.
Dieses köstliche Mahl einzunehmen, saß an der Spitze der