keit war eine gnädige Gebieterin, das will ich nimmer leug-nen, und ich werde nie aufhören, für Euch und FräuleinEdiths zu beten, daß Ihr zur Erkenntniß Eurer Jrrthümergelangen möchtet. Aber noch — "
«Meiner Jrrthümer?" — unterbrach Lady Margarethazornig. „Meiner Jrrthümer, unhöfliches Weib?"
„Ja, ja, Mylady. Wir sind Alle blind, die wir leben imThale der Finsterniß und der Thränen, und haben gar vieleJrrthümer, Vornehme wie Geringe, — aber, wie ich sagte,wo ich auch immer sein werde, ich werde stets für Euch unddie Euren beten. Ich werde trauern, wenn ich von EuremKummer höre, und froh sein, wenn jch von Eurer Wohlfahrtvernehme, der zeitlichen sowohl, als der geistlichen. Aber ichkann die Befehle eines irdischen Herrn nicht denen des himm-lischen vorziehen, und so bin ich denn bereit zu dulden fürdie gerechte Sache."
„Sehr gut," sagte Lady Margaretha, und kehrte ihr höchstmißvergnügt den Rücken; „Ihr kennt meinen Willen in derSache. Jch will keine Whigs in der Baronie von Tillietud-lem. Sehr bald könnte es sonst kommen, daß man in mei-nem eigenen Zimmer Cvnventikel hielte."
Nach diesen Worten entfernte sie sich mit vieler Würde,und Mause, die jetzt ihren während der Unterhaltung unter-drückten Gefühlen freien Lauf ließ, — denn sie hatte so gutihren Stolz, wie ihre Gebieterin, — erhob ihre Stimme undweinte laut.
Cuddie, dessen wirkliche oder vorgebliche Krankheit ihnnoch immer an's Bett fesselte, lag während dieser ganzenUnterredung in seiner Brettcrbettlade znsammengekauert, undin Todesangst, Lady Margaretha, gegen welche er eine an-geborene Ehrfurcht hegte, möchte seine Gegenwart entdecken,