Druckschrift 
11 (1851) Die Schwärmer
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

60

mit einer ihr vollkommen entsprechenden, d. h. mit einer nie-drigen, selbstsüchtigen, begehrlichen Seele ausgestattet.

Als diese liebenswürdige Person ihren Neffen gewahrte,verschluckte sie erst, ohne ihn anzureden, einen Löffel Haferbrei,den sie eben zum Munde führte, und da derselbe noch sehrheiß war, so vermehrte der Schmerz beim Hinabgleiten durchdie Kehle in den Magen die üble Laune, mit welcher derNeffe nun empfangen werden sollte-

Der Teufel hole Den, welcher den Brei gekocht!" warder Ausruf, mit dem er den Haferbrei begrüßte.

»Der Brei ist gut genug," sagte Frau Atison,wenn IhrEuch nur Zeit beim Essen nehmen wolltet. Ich Hab' ihn selbstgekocht; aber wenn die Leute keine Geduld haben, sollten sieihre Kehle pflastern lassen."

Stille, Atison, ich spreche mit meinem Neffen. Wasist das, junger Herr? Auf welchen unordentlichen Wegengeht Ihr? Ihr seid gestern erst um Mitternacht nach Hausegekommen."

So um Mitternacht herum, Sir, glaub ich," antworteteMorton.

So um Mitternacht herum, was ist das für eineAntwort, Sir? Warum kamt Ihr nicht heim, als andereLeute den Ort verließen?"

Ich glaube, Ihr wißt die Ursache recht gut, Sir," sagteMorton.Ich hatte das Glück, der beste Schütze des Tageszu sein, und blieb, nach hergebrachter Weise, die andern jun-gen Leute zu bewirthen."

Das dank' Euch der Teufel, Sir! Und das sagt Ihr mirnoch in's Gesicht? Ihr untersteht Euch Leute zu bewirthen,und könnt zu keinem Mittagessen kommen, wenn Ihr nichteinem wirthlichen Manne, wie mir, auf dem Halse liegt?