gab. Als er einige Male wiederholt geklopft hatte, erhob sichdie Haushälterin von ihrem Sitze in der großen Halle, wickelteihr gewürfeltes Tuch um den Kopf, um sich vor Erkältungzu schützen, schritt über den Steinboden und rief mehrereMale, ehe sie Schlösser und Riegel öffnete, ganz ängstlich:„Wer ist hier in so später Nacht?"
„Ei, das ist fürwahr recht fein, Herr Heinrich," sagte dieAlte mit der tyrannischen Unverschämtheit einer verzogenenGünstlingin, „ein friedliches Haus in so später Nacht zu stö-ren und ruheliebende Leute auf Euch warten zu lassen. EuerOheim ist schon an die drei Stunden zu Belte, und Robinhat den Schnupfen und so mußte ich allein auf Euch warten,so sehr mich auch der Husten plagt."
Und damit hustete sie einige Male zur Veranschaulichungder Beschwerde, der sie sich so eben unterzogen.
„Ich bin Euch herzlich verbunden, und danke Euch vieleMal, Alison.«
„Ei, Sir, wie sind wir doch so artig! Viele Leute nen-nen mich Frau Alison, und Milnwood selbst ist der Einzige,der mich Alison nennt, und oft sagt er auch Frau Alison."
„Nun denn, Frau Alison," sagte Morton, „es thut mirin der That leid, daß Ihr meinetwegen so lange aufbleibenmußtet."
„Da Ihr aber jetzt hereingekommcn seid, warum nehmtIhr nicht Euer Licht und macht Euch zu Bette? Laßt mirnur ja das Licht nicht tropfen, wenn Ihr durch'S getäfelteZimmer geht, ich müßte sonst das ganze Haus scheuern, umdie Fettflecken wieder weg zu kriegen."
„Aber, Alison, ehe ich zu Bette gehe, müßt Ihr mir nocheinen Bissen und einen Schluck Bier verschaffen."
„Essen? — und Bier, Herr Heinrich? Meiner Treu, Ihr