Druckschrift 
11 (1851) Die Schwärmer
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

II

möglich war, den peinigenden Mißmutb und dicKränkung, welcheder schmähliche Abfall ihrer eigenen Hintcrsaßen ihr verursachte.

Zwischen der Ladp und den Repräsentanten einiger altenloyalen Familien, welche sich auf dem Plane eingesundenhatten, und die ihr große Ehrerbietung zollten, wurden vieleHöflichkeiten gewechselt; und während der Dauer der Muste-rung zog kein junger Mann von Rang an ihnen vorüber,ohne sich höher im Sattel aufzurichten, und sein Pferd etwasmehr zusammenzunehmen, um seine eigene Reitergewandtheitund die vollkommene Abrichtung seines Rosses in den Augendes Fräuleins Editha Bellenden im vorthcilhaftcsten Lichteerscheinen zu lassen- Allein die durch vornehme Abkunft undunbezweifelte Loyalität ausgezeichneten Cavaliere erregtenEditha's Aufmerksamkeit gerade nur in so weit, als die Ge-setze der Höflichkeit unumgänglich erforderten, und sie hörtedie Complimente, die ihr in nicht spärlichem Maße gesagtwurden, sehr gleichgültig an, obschon dieselben absichtlich ausden langweiligen und weitschweifigen Romanen Calprenedesund der Scudery entlehnt waren; jenen Spiegeln, noch wel-chen die Jugend der damaligen Zeit sich so gern ausstaffirte,bevor die Mode den Ballast derselben über Bord geworfenhatte, und die Schiffe erster Größe, wie die Romane vonCyrus, Cleopatra und andere zu kleineren Fahrzeugen verar-beitete, die so geringen Tiefgang haben, oder um es deutli-cher auszudrücken, so wenig Zeit in Anspruch nehmen, alsdas kleine Boot, in welchem der geneigte Leser sich einzu-schiffen gütig genug war.

Das Schicksal wollte indeß, daß Fräulein Bellenden diesenGleichmuth nicht bis zum Schluffe des Tages sich bewahren sollte-