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11 (1851) Die Schwärmer
Entstehung
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haben, ritt, um ihren Anspruch auf Vorrang vor dem keineTitel führenden Landadel zu behaupten, Lady Margare-tha Bellenden auf einem sittsamen, ruhig einherschreiten-den Zelter. Sie trug noch immer das Wittwenkleid, welchesdie gute Dame nicht mehr abgelegt hatte, seit ihr Mann,wegen seiner standhaften Anhänglichkeit an Montrose, hinge-richtet worden war.

Ihre Enkelin, der einzige Gegenstand aller ihrer irdischenSorge und Liebe, die schön gelockte Editha, welche allgemeinfür das schönste Mädchen im ganzen Obern Ward betrachtetwurde, erschien neben ihrer betagten Verwandten, wie derFrühling an der Seite des Winters. Ihr schwarzes spanischesRoß, welches sie mit vieler Anmuth lenkte, ihr waidsamesReitgcwand, und ein mit Franzen besetzter Quersattel, warensorgsam in Stand gebracht worden, um sie in möglichst vor-theilhaftem Lichte erscheine» zu lassen. Aber die üppige Fülleihrer Ringellocken, welche, unter ihrem Hute hervorquellend,von einem grünen Bande zurückgehalten wurden, damit sienicht auf die Schultern herabwallten; die sanften und weiblichenZüge ihres Antlitzes, denen es doch nicht an einem gewissenAusdrucke von muthwilligcr Schalkhaftigkeit fehlte, welchekeinen Gedanken an Beschränktheit oder Einfalt aufkommenließ, die zuweilen blonden und blauäugigen Schönen zumVorwurfe gemacht werden; diese zogen die Bewunderungder jungen Männer des Westens weit mehr an, als derGlanz ihres Aufzuges oder die Gestalt ihres PrunkpfcrdeS-

Das Gefolge dieser ausgezeichneten Damen war keineswegsihrer Geburt, oder dem in jenen Zeiten üblichen Brauche an-gemessen, indem es nur aus zwei berittenen Dienern bestand.Die gute alte Dame war nämlich schuldig und verbunden ge-wesen, ihre gesammte Hausdiencrschaft ausrücken zu lassen, um