Druckschrift 
17 (1851) Graf Robert von Paris
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106

Unterschied ist zwischen Krieg »nd Frieden Bohemund vonAntiochien. Ist er nickt der Sohn des berühmten Robertsvon Apulien, der sich von einem einfachen Ritter zu demRang eines Großherzogs aufschwang und über seine kriege-rischen Landsleute in Sicilien und Italien die Oberherrschafterrang? Sind nicht die Fahnen des deutschen Kaisers, desrömischen Papstes, ja unsere eigenen kaiserlichen Feldzeichenvor ihm gewichen,' bis er ans einem normannischen Ritter,dessen Schloß mit sechs Bogenschützen und eben so vielenLanzknechten hätte vertheidigt werden können, als verschmitzterStaatsmann und tapferer Streiter der Schrecken Europaswurde? Das ist eine furchtbare Familie, ein Geschlecht vollGeschick und Stärke. Doch Bohemund, der Sohn des altenRoberts, wird der Politik seines Vaters folgen. Er magvon Palästina und dem Interesse der Christenheit schwatzen;aber wenn ich sein Interesse, mit dem meinigen in Ueberein-stimmung bringen kann, so wird er sich Lurch keine andereRücksicht bestimmen lassen. So weit mir seine Wünsche undAbsichten bereits bekannt sind, läßt sich hoffen, daß uns derHimmel einen Freund in der Gestalt eines Feindes sendet. Wer folgt auf ihn? Gottfried, Herzog von Bouillonder, wie ich sehe, von den Ufern eines großen Flusses, derRhein genannt, ein furchtbares Heer führt. Was ist das fürein Mann?"

Wie wir hören," versetzte Nicephvrus,ist dieser Gott-fried der weiseste, edelste und tapferste der Anführer, die alsoaufgebrochen sind, und in dem Verzeichniß der Fürsten, dieso zahlreich sind wie die bei der Belagerung von Troja, abereine zehnmal stärkere Begleitung haben, mag dieser Gottfriedals Agamemnon betrachtet werden. Die Fürsten und Grafenehren ihn, weil er unter denen, die man Ritter nennt, als