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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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mit aufgelöstem Haare, ihr Nachtkleid zerrissen und blutbe-fleckt, mit gläsernen Augen und die Zuge von wildem Wahn-sinn verzogen. Als sie sich entdeckt sah, schnatterte sie, schnittGesichter, und deutete auf sie mit ihren blutigen Fingern mitder Haltung einer frohlockenden Besessenen.

Schnell wurde weibliche Hilfe aufgeboten, die unglücklicheBraut wurde nicht ohne Anwendung von Gewalt überwältigt-Als man sie über die Schwelle brachte, blickte sie zu Bodenund äußerte die ersten verständlichen Worte, die sie bis jetztgesprochen hatte, indem sie mit einem grinsenden Frohlockensagte:So, ihr habt euren hübschen Bräutigam aufgehoben?"Sie wurde von ihrer schaudernde» Umgebung nach einem an-deren, entlegneren Zimmer gebracht, wo man ihr die Hülfereichte, die ihr Zustand heischte, und sie enge bewachte. DiePein ihrer Eltern, das Entsetzen und die Verwirrung Aller,die auf dem Schlosse waren, die wüthcnden Vorwürfe zwischenden Freunden der beiden Particen übertrafen alle Beschreibung.

Der Wundarzt war der erste, den man mit einiger Ge-duld anhörte; er erklärte, daß die Wunde Bucklaws, obwohlschwer und gefährlich, keineswegs tödtlich sei, daß sie diesaber werden könnte durch Unruhe und hastige Ortsverände-rung. Dies beschwichtigte Bucklaws zahlreiche Freunde, diezuerst darauf bestanden hatten, daß er jedenfalls von demSchlosse nach dem nächsten ihrer Häuser gebracht werden müßte.Sie verlangten jedoch noch immer, daß unter Berücksichtigungdes Vorgefallenen vier von ihnen als Wache am Krankenbetteihres Freundes gelassen werden, und daß gleichfalls eine an-gemessene Anzahl ihrer Diener, wohlbewaffnet auf dem Schlosseverbleiben sollten. Nachdem diese Bedingung von dem Colo-nel Ashton und seinem Vater angenommen worden war, ver-ließen die übrigen Freunde des Bräutigams in später, finsterer