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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Nacht das Schloß. Die nächsten Sorgen des Arztes wurdender Miß Ashton geschenkt, die, wie er erklärte, in einem sehrgefährlichen Zustande sei. Anderweitiger, ärztlicher Beistandwurde alsbald herbeigerufen. Die ganze Nacht verblieb sieim Wahnsinn. Am Morgen verfiel sie in einen ganz bewußt-losen Zustand. Den nächsten Abend, sagten die Aerztc, würdedie Krisis der Krankheit eintreten. So war es: denn obgleichsie aus ihrer Erstarrung mit einem Anschein von Ruhe er-wachte, und es zuließ, daß man ihre Nachtkleider wechselte,und in Ordnung brachte; so schien doch, sobald sie ihre Handzum Halse brachte, als wenn sie das unselige blaue Bandsuche, ein Strahl der Erinnerung sie auf einmal zu erhellen,den Seele und Leib nicht aüshalten konnten. Zuckungen folg-ten auf Zuckungen, bis der Tod sich einstellte, ohne daß siefähig gewesen wäre, ein erklärendes Wort über den schreck-lichen Auftritt zu äußern.

Der Provinzialrichtcr des Distrikts kam den Tag nachher,an welchem die junge Lady verschieden war, und stellte, wie-wohl mit aller Schonung für die gebeugte Familie, seinepflichtgemäße Untersuchung dieses traurigen Ereignisses an.Aber man fand nichts, was die allgemeine Annahme, daß dieBraut in einem plötzlichen Anfall von Wahnsinn den Bräuti-gam auf der Schwelle des Gemaches verwundet habe, zurklaren Gewißheit erhoben hätte. Die unselige Waffe wurdein dem Zimmer mit Blut befleckt gefunden. Es war dernämliche Dolch, den Heinrich am Vermählungstage hattetragen sollen, und den seine unglückliche Schwester wahrschein-lich an dem Abende, wo er ihr unter anderen für die Hoch-zeit bestimmten Gegenständen gezeigt worden war, zu sichgesteckt hatte.

Die Freunde Bucklaws hofften, daß er bei seiner Genesung