214
und forderte den Schlüssel der Brautkammer von Heinrich,dem derselbe als dem Brautführer anvertraut worden war,und eilte von Sir William, Lady Ashton und ein Paarnäheren Verwandte» begleitet, dorthin. Die Hochzeitsgästewarteten auf ihre Rückkehr mit starrem Entsetzen.
Der Colonel Ashton, an der Thüre des Gemaches ange-kommcn, erhielt auf sein Klopfen und Rufen keine Antwortals ein gedämpftes Stöhnen. Er zögerte nicht länger, dieThüre zu öffnen, er wurde aber hierin von etwas gehindert,das wider die Thüre lag. Als es ihm gelungen war aufzu-thun, fand er den Bräutigam an der Schwelle ausgestrecktliege», und um ihn herum Alles im Blute schwimmen. EinSchrei des Entsetzens entfuhr allen Anwesenden, und dieBallgäste, von neuem Schrecken ergriffen, stürzten durchein-ander dem Schlafgemache zu. Colonel Ashton flüsterte seinerMutter zu: „Sucht nach ihr — sie hat ihn ermordet!" zogsein Schwert, stellte sich vor den Eingang, und erklärte,„daß er Niemanden zulassen würde, als den Geistlichen undeinen anwesenden Arzt." Durch den Beistand dieser wurdeBucklaw, der noch athmete, vom Boden erhoben, und nacheinem anderen Gemache gebracht, wo sich seine Freunde vollArgwohn und murmelnd um ihn drängten, um die Meinungdes Arztes zu erfahren.
Während dieser Zeit suchten Lady Ashton, ihr Gemahlund ihre Begleiter Lucie in dem Brautbctte und dem Gemachevergeblich. Es war keine geheime Thüre in dem Zimmer,und sie begannen zu vermnthen, daß sie sich aus dem Fenstergestürzt haben müßte, als einer der Begleiter, der seine Kerzeniedriger hielt als die übrigen, etwas Weißes in der Ecke desaltmodischen Kamins, das im Gemache war, entdeckte. Hierfanden sie das unglückliche Mädchen, halb sitzend, halb liegend,