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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Gesellschaft zuzublicken scheine. Die Vertauschung mußte statt-gesunden haben, während die Gemächer leer waren, aber manhatte sie nicht bemerkt, bis die Kerzen und Lichter der Wand-leuchtcr für den Ball angczündet wurden. Das stolze undhitzige Gemüth der Männer vcranlaßte dieselben, auf eineUntersuchung der Sache zu dringen, die fle als eine Beleidi-gung für ihren Wirth und sich selbst ansahcn; aber Lady Ash-ton, die sich wieder gefaßt hatte, gab die Sache für den Einfalleines im Schlosse geduldeten, schwachsinnigen Weibes aus,dessen Einbildungskraft, wie man bemerkt hätte, durch die Er-zählungen, die Frau Gourlay von der vorigen Familie zumachen beliebte, sehr angegriffen worden setz Das anstößigeBild wurde alsbald entfernt, und der Ball wurde von LadyAshton mit einer Anmuth und Würde eröffnet, welche denReiz der Jugend ersetzten, und das übertriebene Lob der älte-ren Mitglieder der Gesellschaft fast rechtfertigte, das ihre Ge-schicklichkeit im Tanze über die der jungen Leute weit erhob.

Als Lady Ashton sich niedersctzte, war sie nicht erstaunt, zufinden, daß ihre Tochter das Gemach verlassen habe, und flefolgte ihr selbst, begierig, dem Eindrücke zu begegnen, den einUmstand, wie die geheimnißvolle Vertauschung der Bilder war,auf die Nerven derselben haben könne. Dem Anscheine nachfand sie ihre Besorgnisse ungegründet, denn nach einer Stundekehrte sie zurück, und sprach leise zu dem Bräutigam; der sichvon den Tänzern entfernte, und aus dem Saale verschwand.Die Instrumente spielten nun die rauschendsten Tänze, dieTanzenden ergaben sich ihrem Vergnügen mit einem von Lust,Jugend und Fröhlichkeit erzeugtem Eifer, als auf einmal einHeller, durchdringender Schrei den Tanz und die Musik auf-hiclt. Alle standen erstarrt, doch als der Schrei wiederholtwurde, riß Colonel Ashton eine Kerze von dem Wandleuchter,