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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Es ist bekannt, daß die Hochzeiten vor Zeiten mit einerOeffcntlichkeit gefeiert wurden, welche das Zartgefühl unsererTage verschmäht. Die Hochzeitsgäste bei der gegenwärtigenGelegenheit wurden mit einem Mahle bewirthct, das den ver-schwenderischsten beigezählt werden mußte. Dic Ueberreste des-selben wurden, nachdem auch die Dienerschaft ihre Lust darangebüßt hatte, unter das jubelnde Volk verthcilt, und manchesFaß Acl brachte die Fröhlichkeit außerhalb des Schlosses mit der,welche darinnen herrschte, in Uebercinstimmung. Der größteTheil der Herren verweilte nach der Sitte der Zeit beim Trink-gelage und den besten Weinen, während die Damen, für denBall geschmückt, der immer ein Hochzeitsfcst beschloß, ungeduldigihre Ankunft in der Staatsgallerie erwarteten. Spät am Abendhob man das Gelage auf, und die Herren strömten nach demSaal, wo sle durch den Wein und den freudigen Anlaß erheitert,ihre Schwerter bei Seite legten und ihre ungeduldigen Damenzum Tanze führten. Die Musik hallte von der Gallerte an derverzierten Decke des Prunksaales wieder. Nach der strengenSitte der Zeit hätte die Braut den Ball eröffnen sollen; aberLady Ashton, die ihre Tochter wegen ihrer Gesundheit entschul-digte, bot als Stellvertreterin ihrer Tochter Bucklaw ihre Hand.

Während Lady Ashton voll Anmuth das Haupt erhob,das Zeichen zum Beginn des Tanzes erwartend, ward sie durcheine unerwartete Veränderung in den Verzierungen des Ge-maches so betroffen, daß sie ausrief:Wer hat es gewagt,die Gemälde zu vertauschen?"

Alle sahen auf, und diejenigen, welche den gewöhnlichenZustand des Gemaches kannten, bemerkten mit Erstaunen, daßdas Portrait von Sir William Ashtons Vater von seinemPlatze weggenommen war, und daß an seine Stelle das Bildvon Sir Malise Ravcnswood Zorn und Rache der versammelten