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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
Seite
209
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Mir gefällt's, wenn ich meine Leichenportion in die Schürzepacken, und meinen alten Reim dazu brummen kann,Meinen Laib in der Schurze, meine» Pfennig im Sacke,

D» bist nicht vornehm und ich nicht vom Packe«)."

Das ist richtig, Annie," sagte das gliederlahme Weib,Gott sende uns grüne Weihnachten und einen vollenKirchhof!"

Aber ich möchte wissen, Frau Gourlay denn Ihr seiddie älteste und weiseste von uns an wen von diesen tzoch-zeitsgästcn zuerst die Reihe kommt, gestreckt zu werden?"

Seht Ihr dort das Zierpüppchen," sagte Frau Gourlay,das von Gold und Jnwelc» glitzert, und das man auf denSchimmel hebt, hinter dem Wildfang in Scharlach, mit sei-nem langen Schwert?"

Aber das ist die Braut!" sagte ihre Genossin, derenhartes Herz eine Art von Mitleid fühlte,das ist die leibhaf-tige Braut selbst! Ei, so jung, so geputzt und so hübschund ist ihre Zeit so kurz?"

«Ich sage Euch," sagte die Sibylle,sle ist schon bis anden Hals im Leichentuch wer's hört, mag's glauben. IhrSand hat nur noch wenige Körner, um anszulaufen, und keinWunder man hat ihn genug geschüttelt- Die Blätter an denBäumen verwelken schon; aber sie wird es nicht mehr sehen,wenn der Martiniwind dieselben zwingt, im Kreise zu tanzen."

«) Reginald Scott erzählt von einem alten Weibe, welches so vieleWunderkuren verrichtete, daß man sie der Zauberei verdächtig hielt.Als man ihre BerfahrnngSart untersuchte, fand es sich, daß die einzigeBelohnung, welche sie annehmen wollte, ein Laib Brod und ei» Silber,Pfennig war, und daß das mächtige gaubcrmittel, womit sie so mancheKuren verrichtete, der in dem Texte mitgetheilte Knüttelvers war.

Die Braut von Lammermoor. II. 14