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Er stellte sich gerade in die Mitte des Gemachs, dem Tischegegenüber, an dem Lucie saß, auf die er, als wenn sie alleinin dem Zimmer gewesen wäre, die Augen mit einem Ausdruckheftete, worin sich tiefer Schmerz und lebhafte Entrüstungvermischten. Sein dunkelfarbiger Reitermantel, von der einenSchulter verrückt, hing von der andern in den weiten Falteneines spanischen Mantels herab. Seine übrige reiche Kleidungwar von der Reise beschmutzt und von einem scharfen Ritt inUnordnung gebracht. Er hatte einen Säbel an der Seite undPistolen im Gürtel. Sein in's Gesicht gedrückter Hut, dener beim Eintritt nicht abgenommen hatte, vermehrte das Fin-stere seines Gesichts, das, von Gram und Krankheit mitge-nommen, grimmig und grausam aussah, da es ohnedem schoneinen strengen und mürrischen Ausdruck hatte. Sein verwirr-tes und fliegendes Haar, das unter seinem Hut hervordrang,und seine starre und unbewegliche Stellung machten, daß seinKopf eher dem einer Marmorbüste, als dem eines lebendenMenschen gleich sah. Er sprach nicht ein einziges Wort, undein Paar Minuten herrschte ein allgemeines Schweigen.
Dies Schweigen wurde von Lady Ashton, die ihre natür-liche Kühnheit wieder erlangt hatte, unterbrochen. Sie ver-langte, die Ursache dieses anmaßlichen Eindringens zu wissen.
„Dies ist eine Frage, Madame," sagte ihr Sohn, „die mirzukommt, und ich muß den Herrn von Ravenswood anffvrdern,mir dahin zu folgen, wo er mit Muße darauf antworten kann."
Bucklaw trat dazwischen, sagend, „daß kein Mensch aufErden ihm das Vorrecht nehmen sollte, von dem Herrn vonRavenswood eine Erklärung zu fordern. — Craigengelt,"fügte er in einem leisen Tone hinzu, „was sperrt Ihr dasMaul auf, als wenn Ihr einen Geist sähet? holt mir meinSchwert in der Gallerte."
Die Braut von Lamnicrmvor. II. 13