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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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darzustellen. In der Vorstellung des Geistlichen war dies soviel als die Verbindung eines unreinen Moabiters mit einerTochter Zions. Aber bei den Bvrurtheilen und strengen Grund-sätzen seiner Sekte besaß Bidethebent ein gesundes Urtheil,und er hatte Mitgefühl erworben grade in der Schule derVerfolgung, in welcher das Herz so oft verhärtet. In einergeheimen Unterredung mit Miß Ashton ward er tief gerührtüber ihre Noth, und er mußte ihr Verlangen, eine direkteVerbindung mit Ravenswood zur Auflösung ihres feierlichenVertrages zu haben, durchaus billigen. Als sie ihm von derUngewißheit sprach, unter welcher sie leide, ob ihr Brief jeabgegangen sei, ging der Greis mit großen Schritten durchdas Zimmer, schüttelte seine grauen Locken, blieb wiederholtstehen, gestützt auf seinen Stock mit elfenbeinernem Knopf,und bekannte nach einigem Zögern, daß er ihre Zweifel fürgegründet achte, und daß er selbst behülflich sein wolle, die-selben zu zerstreuen.

Ich muß muthmaßen, Miß Lucie," sagte er,daß Eureverehrte Mutter in dieser Sache einen Eifer zeigt, der, wie-wohl er Zweifels ohne aus Liebe zu Eurem zeitlichen undewigen Glück herstammt denn der Mann ist von dem Bluteder Verfolger, ein Feind und Spötter, der nicht erben kannin Jefse aber demungeachtet ist uns befohlen, Gerechtigkeitzu üben gegen Alle, und unsere Pflicht und Schuldigkeit zuthun sowohl gegen den Fremden, als gegen den, der mit unsin der Brüderschaft ist. Darum will ich, ja ich selbst, behülf-lich sein zur Beförderung Eures Briefes an den Mann Ed-gar Navenswood, indem ich hoffe, daß Eure Befreiung ausder Schlinge, worin er Euch sündlich verstrickt hat, die Folgedavon sein werde. Und damit ich hierin weder mehr nochweniger thue, als von Euren geehrten Eltern vergönnt wor-