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Vertrage zu entsagen, der dem Glück und der Neigung Beiderzuwider wäre. Doch auch dieser List nicht trauend, entschloßsich Lady Ashton endlich, den Brief zu vernichten, in der Hoff-nung, daß die Ungeduld Lucien verleiten würde, Ravenswoodungcbört und abwesend zu verdammen. Hierin irrte ste sich.Die Zeit war längst verstrichen, worin eine Antwort vomContinent hätte kommen können. Der schwache Hoffnungsstrahl,der noch in Luciens Seele glomm, war am Erlöschen. Dochverließ sie der Gedanke nimmer, daß der Brief nicht richtigbesorgt morden sein möchte. Eine von ihrer Mutter neuenUnternehmungen lieferte ihr unerwartet das Mittel, über das,was sie so heiß zu wissen wünschte, Auskunft zu erhalten.
Nachdem die Dienerin der Hölle vom Schlosse entlassenworden war, entschloß sich Lady Ashton, die alle Mittel auf-bot, um Luciens Gemüth für ihren Zweck zu bearbeiten, einWerkzeug ganz anderer Art in Thätigkeit zu sehen. Es wardies der ehrwürdige Mr. Bidethebent, ein presbyterianischerGeistlicher von der strengsten Gattung und der lautersten Recht-gläubigkeit, dessen wir schon gedacht haben, und dessen Bei-stand sie ansprach, indem sie den Grundsatz des Tyrannen inder Tragödie befolgte —
Ein Priester soll ihr von dem Glauben pred'gen,
Als Sünde ihr darstellen ihr Gelübde,
DaS ich gebrochen haben will.
Aber Lady Ashton hatte sich in ihrem erlesenen Werkzeug ver-rechnet. Seine Vornrtheile waren ihr zwar günstig, und eswar nicht schwer, ihm die Verbindung zwischen der Tochtereiner gottesfürchtigen, gläubigen, presbyterianischen Familievon Stand mit dem Erben eines blutdürstigen Prälatisten undVerfolgers, dessen Väter die Hände bis an's Gelenk in dasBlut der Heiligen Gottes getaucht hätten, als einen Gräuel