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der neue Falke ihrer gar nicht werth. Denn weißt dn, nach all'der Plage, die wir hatten, ihn aus seinem Nest zu kriegen, all'dem Weg beim Posso in Wannor Water, hat er sich hintendreinnicht besser als ein Raubvogel gezeigt. Er macht seine Krallenin dem Blut eines Rebhuhns naß, zieht sie dann heraus, und läßtden Vogel fliegen. Und was der arme Vogel dann thunkann, das weißt du, er muß Schmerzen leiden und sterbenunter dem ersten Farngebüsch oder Stechginster, worunter ersich verkriecht."
„Wahr, Heinrich, wahr, sehr wahr," sagte Lucie schwermüthig,indem sie den Knaben fest bei der Hand hielt, nachdem sie ihmden Silberdraht, den er brauchte, gegeben hatte; „aber es gibtmehr Raubvögel in der Welt als dein Falke, und mehr verwun-dete Vögel, die nichts suchen, als in Frieden zu sterben, unddie weder Farngebüsch noch Stechginster finden, um ihr Hauptdarunter zu verbergen."
„Ah! das ist wieder etwas aus deinen Romanen," sagteder Knabe, „und Sholto sagt, sie hätten dir den Kopf ver-rückt. Doch horch, Norman pfeift dem Falken — ich mußfort, und ihm die Fußbäuder anlegen."
Er lief davon mit der frohen Ausgelassenheit seines Alters,und überließ seine Schwester ihren peinigenden Betrachtungen.
„Es ist mein Schicksal," sagte sie, „daß jedes lebende We-sen, selbst die, welche mir die meiste Liebe schuldig sind, michmeiden, und mich denen überlassen, die mich plagen. Doch esist Recht, daß es so ist. Allein und unberathcn habe ich michin diese Gefahren verstrickt — allein und unberathen mußich mich aus ihnen herauswinden."