Druckschrift 
16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

143

auf das Gemälde ein, und wurden dafür von den Nachbarngetadelt, welche behaupteten, daß der Küfer, indem er zu seinemBilde gesessen, und dasselbe in seiner Schlafstube aufgehangenhabe, über das Vorrecht des Reichste» im Dorfe hinausgegan-gen sei, daß er nicht nur die Schranke» seines Standes über-sprungen, sondern sich auch in einen höheren Stand einge-drungen habe, und daß er sich dadurch eine große Anmaßungund Vermessenheit habe zu Schulden kommen lassen. AusAchtung für das Andenken meines verstorbenen Freundes Mr.Richard Tinto habe ich diesen Gegenstand etwas weitläufigerbesprochen, aber ich erspare dem Leser seine ausgedehnten, wie-wohl wichtigen Bemerkungen über den Charakter der französi-schen Schule und über den Zustand der Malerei in Schottlandim Anfang des achtzehnten Jahrhunderts.

Die übrigen Anstalten in dem Schlafzimmer des Herrnvon Ravenswood waren die nämlichen wie im Staatszimmcr-

Zu der damals üblichen Frühstunde schickten sich der Mar-quis von Aund sein Verwandter zur Fortsetzung ihrer Reisean- Dies ließ sich nicht thuu ohne ein volles Frühstück, wo-bei kalte nnd warme Speisen »nd Haferbrei, Wein und starkeGetränke und Milchspeisen in allerlei Gestalt den Gästen zeig-ten, daß die Wirthe des Hauses ihnen keine schlechtere Ehreanthun wollten als am gestrigen Abend. Die Abreise brachteganz Wolfshope in Bewegung. Man zahlte Rechnungen, schüt-telte sich die Hände, sattelte die Rosse, bespannte die Wagen,und theilte Trinkgelder aus. Der Marquis ließ einen Jacobusfür das Gesinde, und John Girder wollte dies Goldstück fürsich behalten, da der Schreiber Dingwall ihm sagte,daß erdies rechtlicher Weise thun könne, angesehen er den Aufwand,für welchen die Entschädigung gegeben worden sei, zu tragen habe.Aber dieses rechtlichen Anspruchs ungeachtet, hatte John kein

*