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„Da haben wir's ja!" sagte Caleb, „Hab' ich's nicht gesagt,daß junge Leute ein unreifes Urtheil haben? — Was cs mirnützen soll, fragt Ihr? — es wird eine glaubwürdige Entschul-digung für das Ansehen der Familie auf zwanzig Jahre sein,wenn cs gut angewandt wird. „Wo sind die Familiengemälde?"fragt ein Naseweiser. „Das große Feuer zu Wolfscrag," ant-worte ich. „Wo ist das Silberzeug der Familie?" sagt ein Anderer.„Das große Feuer," sage ich, „wer dachte an Silber, als Leib undLeben in Gefahr waren?" „Wo sind die Kleider, das Leinenge-räth ? — wo die Teppiche und der Zierrath ? — die Prunkbctte,Decken, Vorhänge, Betthimmel, das Tischgcbilde, die Sticke-reien?" „Das Feuer — das Feuer — das Feuer. Bewahrt dasFeuer wohl, und cs wird Euch zu Allem dienen, was Ihr habensolltet und nicht habt — und, wenn man will, so ist eine gute Aus-rede besser als die Dinge selbst, denn diese zerbrechen und zer-reißen und werden mit der Zeit abgenutzt, während eine guteAusrede, klug und geschickt angewandt, einem Edelmann nndseiner Familie Gott weiß wie lange dienen kann."
Ravenswood kannte zu gut die Halsstarrigkeit und den Ei-gendünkel seines Kellermeisters, als daß er sich in weitere Er-örterung mit ihm eingelassen hätte. Er überließ also Caleb derFreude über seine glückliche Erfindung, nnd kehrte nach demDorfe zurück, wo er den Marquis und die Wirthinnen des Hausesin einiger Unruhe antraf — den ersten wegen seiner Abwesenheit,die letzteren wegen des Tadels, der ihre Kochkunst in Folgedes Aufschubs der Mahlzeit treffen könnte. Alle waren nun zu-frieden, und hörten mit Freude, daß das Feuer auf dem Schlossevon selbst ausgegangen sei, ohne die Gewölbe zu erreichen, unddies war der einzige Aufschluß, den Ravenswood über denStreich seines Kellermeisters öffentlich zu geben für gut fand.
Sie setzten sich zu einem vortrefflichen Abendessen nieder.