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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Ueberredung über meine Hand verfügen sollen, bis Ihr demRechte entsagt, das ich Euch gegeben habe."

Die Liebenden hatten Zeit genug zu solchen Verständigun-gen. Heinrich war nun selten ihr Gesellschafter: er folgteentweder als ein sehr ungeneigter Zuhörer den Vorträgenseines Hofmeisters, oder als ein eifriger Freiwilliger den Un-terweisungen der Förster und Reitknechte. Was den LordKeeper betrifft, so war er Morgens in seinem Cabinette, woer seinen ausgedehnten Briefwechsel besorgte, und in seinemängstlichen Gcmüth die verschiedenen Nachrichten, die er vonallen Seiten über die bevorstehende politische Veränderung inSchottland erhielt, und die muthmaßliche Stärke der Parteien,die sich um die Macht bekämpfen wollten, in Erwägung zog.Zu anderen Zeiten beschäftigte er sich, die zum Empfang desMarquis von A, dessen Ankunft schon zweimal wegen Ver-hinderung aufgehoben worden war, nöthig scheinende Voran-stalten anzubefehlen, zu widerrufen und wieder anzubefehlen.

Bei diesen -mannigfaltigen politischen und häuslichen Zer-streuungen schien er es nicht zu bemerken, wie sich seine Tochterund sein Gast wechselseitig suchten, und er wurde von man-chen seiner Nachbarn getadelt, wie dies bei den Nachbarn allerLänder der Brauch ist, daß er ein so vertrautes Verhältniszwischen zwei jungen Personen gestatte. Die einzige natür-liche Erklärung, die man sich machte, war, daß er die jungenLeute für einander bestimmt habe, während er in Wahrheitnur Zeit zu gewinnen suchte, bis er den Grad der Theilnahme,die der Marquis Ravenswood schenkte, und die Macht, diederselbe zum Beweis dieser Theilnahme aufbietcn könne, ken-nen gelernt hätte. Bis diese Punkte im Klaren wären, be-schloß der Lord Keeper, nichts zu thun, was ihm nachtheiligwerden könne, weder auf die eine, noch die andere Art, und