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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Wie sich je eins am schroffen FelsenblvckHat angerankt, ach! möchst du zu mir auf?

Nauh bi» ich, sturmgcprüst dach liebe mich,

Wie du cs thust voll Treu', ich werde dichMit ganze», Herze» lieben, bin ich gleichEin rauher Freund für solche zarte Freundin.

Sonach schienen die Punkte, selbst in denen sie uneinigwaren, gewissermaßen den Bestand ihrer gegenseitigen Neigungzu verbürgen. Freilich wenn sie ihre Charaktere so genau ge-kannt hatten vor jener leidenschaftlichen Aufwallung, worin siesich so hastig gegenseitige Treue gelobten, so hätte Lucie viel-leicht Ravenswood zu sehr gefürchtet, als daß sie ihn je würdegeliebt haben, und er hätte vielleicht ihre Sanftmuth undHingebung für Schwäche angesehen, die keines Blickes würdigwäre. Aber sie waren nun einander verlobt, und Luciefürchtete nur, daß der Stolz ihres Liebhabers ihn einesTags verleiten möchte, sein Bündniß zu bereuen, Ravens-wood hingegen, daß ein so lenkbares Gemüth, wie das vonLucien, bei Abwesenheit oder unter Widerwärtigkeiten durchden Einfluß ihrer Umgebung bestimmt werden könnte, ihremeingegangcnen Bündniß zu entsagen.

Fürchtet das nicht," sagte Lucie, als sich bei einer Gelegen-heit ihr Liebhaber diese Besorgniß merken ließ:die Spiegel, diealle Gegenstände nach einander widerstrahlen, sind aus hartemStoff, aus Glas oder Stahl geformt die zarteren Stoffe be-halten unverwischt den Eindruck, den sie einmal empfangen haben."

Das ist Poesie, Lucie," sagte Ravenswood,und in derPoesie ist immer Trug und oftmals Lug."

So glaubet wenigstens meiner aufrichtigen Prosa," sagteLucie,daß, obgleich ich mich nie gegen die Zustimmung meinerAeltern einem Manne vermählen werde, weder Gewalt, noch