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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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gelehrt worden war, eher merken ließ, als ansdrücklich dar-legte.

Obgleich ihre gegenseitige Neigung eher zu steigen als zusinken schien, so waren doch ihre Gefühle, als sich ihre Cha-raktere immer deutlicher darstellten, nicht ohne eine wenigerangenehme Mischung. Bei aller Liebe fühlte Lucie eine ge-heime Scheu vor Ravenswood. Die Seele desselben war vonhöherer, stolzerer Art, als die anderer Personen, mit denensie bisher verkehrt hatte; seine Gedanken waren edler undfreier; und er verachtete viele Dinge, die ihr als höchst ehr-würdig geschildert worden waren. Ravenswovd seinerseits sahin Lucien einen zarten und biegsamen Charakter, der in sei-nen Augen wenigstens allzu sehr der Gefahr ausgesetzt sei,jede Form von ihrer Umgebung anzunehmen. Er fühlte, daßsein Gemüth einer Gefährtin von unabhängigeren Sinnen be-dürfe, die mit das Meer des Lebens durchsteuern könne, ent-schlossen wie er selbst, mit gleichem Muthe den Sturm unddas günstige Wetter zu dulden. Aber Lncie war so schön, sotreu ergeben, so sanften und freundlichen Herzens, daß ersich, während er ihr eine» höheren Grad von Festigkeit undEntschlossenheit gerne angewünscht hätte, und während er oftüber ihre außerordentliche Besorgniß, daß ihre Liebe vor derZeit entdeckt werden möchte, böse wurde, grade durch dieseZartheit des Gcmnthes, die fast Schwäche war, noch mehreingenommen fühlte, indem er ein Wesen in ihr erblickte, dassich freiwillig zu seinem, Schutze an ihn schmiege, und ihn zumHerrn seines Schicksals auf Wohl und Wehe mache. DieGefühle, die er in solchen Momenten für sie hatte, waren die,welche seitdem so schön von unserer unsterblichen Baillie aus-gedrückt worden sind:

Du süßes Ding,