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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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und daß er Leute abgeschickt haben wurde, sie auszusuchen.Aber in der Gesellschaft des Herrn von Navenswood habeseine Tochter, wie er wisse, nichts zu fürchten."

Lncie begann, sich wegen ihres langen Ausbleibens zu ent-schuldigen, aber da ihr Gewissen nicht frei war, so wurde siebald verwirrt, und als Ravenswood, der ihr zu Hülfe kam, dieErklärung vervollständigen wollte, verwirrte er sich nur in die-selbe Unordnung; er glich einem Manne, der seinen Gefährtenaus dem Sumpfe zu ziehen strebt, und der sich selbst in denzähen Schlamin verstrickt. Es ist nicht wahrscheinlich, daß dieVerlegenheit des jungen Liebespaares der Aufmerksamkeit desfeinen Staatsmannes entging, den Stand und Gewohnheit gleichbefähigte, der menschlichen Natur durch alle Windungen nachzu-spähen. Doch cs gehörte nicht zu seiner jetzigen Politik, das,was er sah, zu bemerken. Sein Wunsch war, den Herrn vonRavenswood zu fesseln, und seine eigene Freiheit zu bewahren,und es fiel ihm nicht ein, daß sein Plan vereitelt werden könnte,wenn Lncie die Liebe, die sie, wie er hoffte, bloß einflößen sollte,wirklich erwiederte. Doch wenn sie einer romantischen Neigungfür Ravenswood sich ergeben sollte, und wenn in diesem Falleder ausdrückliche Widerspruch der Lady Ashtvn diese Neigungunräthlich machen sollte, so glaubte der Lord Keeper, daß der-selben leicht cntgegengewirkt werden könne, sei es durch eineReise nach Edinburg oder selbst nach London, oder durch einenBesatz von Brüsseler Spitzen, oder durch die Seufzer von einemhalben Dutzend Liebhabern, die sich bemühen würden, den zuersehen, dem sie nothgedrungen entsagen müßte. Dies war seinBehelf auf den schlimmsten Fall. Doch dem wahrscheinlicherenAusgang der Sache gemäß, möchte eine flüchtige Neiguug, diesie für den Herrn von Ravenswood nähren möchte, eher Er-muthigung als Entmuthignng verdienen.