er wie der Blitz in einer anderen Richtung verschwand, umsich in der Gesellschaft des Försters des Jagdvergnügens zu er-freuen. Ravenswood nahm sich nicht die Zeit, sein Betragennoch einmal zu überlegen, und wandelte mit schnellem Schritte zuder Quelle, wo er Lucie einsam bei den Trümmern sitzend fand.
Sie saß auf einem der zerstreuten Steine des alten Brun-nens, und schien mit Aufmerksamkeit den Hellen und glänzen-den Bach zu betrachten, der unter dem gerippten, dunklen Ge-wölbe, womit Ehrfurcht oder Reue seine Quelle bedeckt hatte,zum Tageslichte hervorschoß. Einem abergläubischen Auge hätteLucie Ashton, in ihren Plaidmantel gehüllt, mit ihrem langenHaar, das zum Thcil dem Bande entwischend, über ihren Silber-nacken fiel, das Bild der gemordeten Nymphe der Quelle ge-währt. Aber Ravenswood sah nur ein ausgezeichnet schönes Weib,das — wie konnte es anders sein ? — für ihn noch schöner wurde,da er wußte, daß sie ihn liebe. Als er sie anblickte, fühlte erseinen Vorsatz wie Wachs an der Sonne schmelzen, und darumeilte er aus dem Dickicht hervor, das ihn verbarg. Sie grüßteihn, ohne sich von dem Steine, worauf sie saß, zu erheben.
„Mein Bruder der Tollkopf," sagte sie, „hat mich verlassen,aber ich erwarte ihn in ein Paar Minuten zurück, denn glück-licherweise, da ihm Alles für eine Minute gefällt, so gefälltihm Nichts länger."
Ravenswood fühlte sich nicht stark genug, Lucien zu er-klären, daß ihr Bruder einen weiten Gang beabsichtige, undsobald nicht zurückkommen werde- Er setzte sich nieder auf dasGras in einiger Entfernung von Miß Ashton, und beide blie-ben eine Weile schweigend.
„Ich liebe diesen Platz," sagte Lucie endlich, gleich als wenndies Schweigen sie verlegen mache, „das schäumende Sprudelnder klaren Quelle, das Rauschen der Bäume, der Ueberfluß