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ihr wohl," sprach er zu sich selbst, „und ihretwegen vergesse ichdie Unbilde, die ihr Vater meinem Hause angethan hat, aberich will sie nimmer — ja nimmer wieder sehen."
Mit einem bittern Gefühl faßte er diesen Vorsatz, gradeals er sich an dem Orte befand, wo zwei Pfade sich schieden,der eine führte zum Nixcnbrunnen, wo er wußte, daß Lucieaus ihn wartete, der andere auf einem Umweg nach dem Schlosse.Er hielt einen Angenblick innc, als er eben den letzten Pfadeinschlagen wollte, und er daran dachte, was für eine Ent-schuldigung er für ein Betragen, das nothwendig auffallcnmüsse, geben wolle, und er murmelte vor sich: „Plötzliche Nach-richten von Edinburg — jeder Vorwand wird gut sein —nur nicht lange hier gezögert," als auf einmal der jungeHeinrich auf ihn zugelaufen kam, und ihm keuchend zurief:„Herr, Herr, Ihr müßt Lucie auf's Schloß heimführen, dennich habe keine Zeit. Norman wartet auf mich, ich will ihn aufseiner Runde begleiten, und ich nähme keinen Jakobus dafür,wegzubleiben Lucie fürchtet sich, allein nach Hause zu gehen,obgleich die milden Ochsen alle geschossen sind, und so müßtIhr gleich hcrbeikommen."
Wenn die zwei Wagschalen gleich beladen sind, so kanndas Gewicht einer Feder den Ausschlag geben. „Es ist mirunmöglich, die junge Lady allein im Walde zu lassen," sagteRavenswood, „sie noch einmal zu sehen, will wenig heißen,nachdem wir so oft beisammen gewesen sind — dann will esauch die Höflichkeit, daß ich ihr meinen Vorsatz, das Schloßzu verlassen, mittheile."
Und als er cs sich so bewiesen hatte, daß er nicht nur einenweisen, sondern auch einen nothwendigen Schritt thäte, nahmi- . er den Weg nach dem vcrhängnißvollen Brunnen. Heinrich hatteihn kaum die Richtung nach seiner Schwester nehmen sehen, als