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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Was könnte ein Weib bei einer Heirath mehr wünschen, alsdie Niederschlagung eines sehr gefährlichen Anspruches unddie Verwandtschaft mit einem edlen, braven, reichbegabten,hochbefreundctcn Schwiegersöhne, der gewiß flott werden muß,wenn die Fluth hcrankommt, der darin stark ist, worin wirschwach sind, nämlich an Abkunft und an kriegerischem Sinn? Gewiß, kein vernünftiges Weib würde zögern. Aberach! Hier wurde seine Uebcrlcgnng durch die Erwägungaufgehaltcn, daß Lady Ashton im wahren Sinne des Wortsnicht immer vernünftig wäre. Irgend eine» bäuerischen Lairddes Landes Merse dem glänzenden jungen Edelmanne unddem durch gütlichen Vergleich gesicherten Besitze von Navens-wood vorzuziehcn es wäre die Handlung einer Närrin!"

Der alte Staatsmann stellte solche Uebcrlegnngen an, bissie endlich Bittlcbrains Housc erreichten, wo, wie cs zum Vorausausgemacht worden war, man zu Mittag essen und sich aus-ruhen wollte, um den Nachmittag die Reise weiter fortzusctzcn.

Sic wurden auf die glänzendste Weise empfangen, und be-sonders war cs der Herr von Ravcnswood, der von den ed-len Wirthcn mit der größten Auszeichnung behandelt wurde.Der Grund davon war, daß Lord Bittlebrain die Pairwürde aufeine etwas zweideutige Art erhalten hatte, indem er sich durcheine abgenutzte und gewöhnliche Beredsamkeit den Ruf eines ver-ständigen Mannes verschaffte, den Wcchsclfällcn der Zeit einesorgfältige Beobachtung widmete, und gewisse politische Dienstedenen leistete, von denen er die beste Wiedererstattung zu erhal-ten hoffte. Seine Dame und er fühlten sich in ihrem neuenRange, an den sic nicht gewohnt worden waren, nicht sehr hei-misch, und darnm bestrebten sie sich, ein freundliches Gesicht vondenen zu gewinnen, die ans der Höhe geboren waren, zu derman sie selbst aus einem tieferen Kreise erhoben hatte. Die