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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
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die mit Worte», welche das Ohr gewinnen, reichlich versehenwar; das wollen wir dem scharfsinnigen Leser zur Errathungüberlassen. Ravenswood war für keins von beiden gefühllos.

Der Lord Keeper war ein alter Staatsmann, mit Hofenund Cabinetten wohl bekannt, und vertraut mit allen Wen-dungen der öffentlichen Geschäfte wahrend der letzten erfolg-reichen Jahre des flebenzchnten Jahrhunderts. Er konnteaus eigener Bekanntschaft von Männern und Ereignissen miteiner Art erzählen, die nicht verfehlte, die Aufmerksamkeit zufesseln, und er besaß die eigene Kunst, während er nie ei»Wort sagte, was ihm hätte übel ausgelcgt werden können,seinen Zuhörer glauben zu machen, als wenn er ohne diegeringste Zurückhaltung spräche. Ravenswood fühlte sich trotzseines halb eingebildeten und halb wohl verstandenen Grollszugleich ergötzt und unterrichtet, indem er ihm zuhörte, wäh-rend der Staatsmann, der durch seine Beklommenheit zuerstverhindert worden war, sich zu zeigen, nun die leichte und leben-dige Beredtsamkeit eines Rcchtsgelehrten ersten Ranges gewann.

Seine Tochter sprach nicht viel, aber sie lächelte, und Alles,was sie sagte, zeugte von einem Wohlwollen und einer Gut-herzigkeit, die für einen stolzen Mann, wie Ravenswood, be-zaubernder waren, als der glänzendste Witz. Vor Allem je-doch mußte er bemerken, daß ihn seine Gäste, sei es aus Dank-barkeit oder aus einem anderen Grunde, in seiner leeren undarmen Halle mit einer Achtung betrachteten, als wenn er vonallem Glanz und aller Fülle seines Standes umringt gewesenwäre. Alles Mangelhafte blieb unbemerkt, und wenn mandavon redete, so geschah es nur, um die Nothmittel, wodurchCaleb dem Mangel abzuhelfen gesucht batte, zu preisen. Woein Lächeln unvermeidlich war, war es ein gutmüthiges, oftmit einer wohlangebrachten Schmeichelei verbundenes, wodurch