202
William würde wohl Eure alte Baronei an den Aermel ihreslangen Rockes heften, denn er könnte ja bald eine anderedafür haben, so ein gescheidter Kopf als er ist."
Caleb schüttelte den Kopf. — „Ich wünsche," sprach er,„ich wünsche, das möge sich schicken, Mr. Lockhard. Es gibtalte Prophezeiungen über dies Hans. Wenn ich sie mit mei-nen alten Augen, die schon Unglück genug gesehen haben, er-füllt sehe» sollte, so würde mir das schlecht gefallen."
„Still! redet von nichts Fürchterlichem," sagte sein Amts-college, „wenn sich die jungen Leute gefallen, so wird einschönes Paar daraus. Doch die Wahrheit zu sagen, wir ha-ben eine Dame im Hanse, die gern ihre Hand hierbei hätte,wie in jeder anderen Sache. Indes; es schadet nichts, wenig-stens ihre Gesundheiten zu trinken, und ich will der Mrs.Mysle einen Becher von dem Sekt des Mr. GirderS füllen."
Während sie sich so in der Küche ergötzte», war die Ge-sellschaft in der Halle nicht weniger vergnügt. Sobald Ra-venswood einmal entschlossen war, dem Lord'Keeper die Gast-freundschaft, die er anznbieten hatte, widerfahren zu lassen,sobald schien es ihm auch eine Pflicht, die offene und heitereStirn eines freundlichen Wirthes zu zeigen- Es ist oft be-merkt worden, daß wenn ein Mann anfängt, einen Charakterzu spielen, er häufig damit endet, ihn in vollem Ernste an-zunehmen- Nach Verlauf einiger Stunden fand sich Ravens-wood zu seinem großen Erstaunen in der Laune eines Man-nes, der sich ernstlich bemüht, willkommene und geehrte Gästezu unterhalten. Wie viel von dieser veränderten Stimmungder Schönheit und Kindlichkeit der Miß Ashton zugeschricbenwerden mußte und der Gutmüthigkeit, womit sie sich in dasUnbequeme ihrer Lage fügte, wie viel davon auf des LordKeepers einschmeichelnde und anziehende Unterhaltung kam,