169
mein Fräulein — das heißt," sagte er, sich verbessernd, „Ihrkönnt von Allem dem nichts mehr sehen, denn die Köchinhat's aufgespeist als ihren Antheil von Rechtswegen; aberIhr könnt diese weiße Brühe sehen, wo sie verschüttet ist. Ichhabe mit den Fingern hineingetupft, und es schmeckte wiesauere Milch oder sonst so was; wenn das nicht eine Wirkungdes Donners ist, so weiß ich nicht, was es ist. — Der Herrhier muß das Gerassel von unfern Porzellan- und Silber-schüffeln wohl gehört haben?"
Der Diener des Lord Keepers, obwohl er in der Näheeines Staatsmanns gelernt hatte, sein Gesicht bei allen Vor-fällen zu meistern, war bei diesem Aufruf einigermaßen ver-legen, und er antwortete nur durch eine Verbeugung.
„Ich denke, Herr Kellermeister," sagte der Lord Keeper,der befürchtete, daß die Verlängerung dieses Auftritts Ravens-wood mißfallen könne, „ich denke, daß wenn Ihr Euch mitmeinem Diener Lockhard zurückzöget — er ist gereist und mitallen Zufällen wohl vertraut, und ich hoffe, daß ihr untereuch ein Mittel finden könnt, uns aus dieser Verlegenheit zuhelfen."
„S. Gnaden weiß," sagte Caleb, der, wiewohl verzweifelnd,«in wirksames Mittel zu finden, lieber wie der stolze Elephantvor eigener Anstrengung sterben wollte, als die Hülfe eines Stan-desbruders ertragen, „S. Gnaden weiß wohl, daß ich keinen Rath-gebcr nöthig habe, wenn die Ehre des Hauses betheiligt ist."
„Es wäre ungerecht, wenn ich es leugnete, Caleb," sagtesein Herr; „aber Eure Kunst besteht hauptsächlich in Aus-flüchten, die uns so wenig nähren werden, als der Speise-zettel Eures vom Blitz verzehrten Mahles. Vielleicht daß dieGabe von Mr. Lockhard darin besteht, einen Ersatz für jenes