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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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von Ravenswood z» machen, die mit seinem edelmüthigenBetragen und seinem würdevollen Aeußeren nicht vereinbarschien. Und auf diesen Glauben gründete Lucie ihre Hoffnung,und fuhr fort, an dem reizenden Zaubergebilde zu weben, dasso schön und so nichtig war, wie der im Morgenglanz schim-mernde, zur Sonne perlende Sommerfaden.

Ihr Vater sowohl als der Herr von Ravenswovd stelltenunterdessen eben so häufige aber ernstlichere Betrachtungenüber den stattgehabten Vorfall an. Als der Lord Keeper nachHause gekommen war, so war sein Erstes, was er that, sichdurch ärztliche Verziehung zu versichern, daß der Vorfall keinenachtheilige Wirkung auf seine Tochter gehabt habe. In die-ser Hinsicht beruhigt, durchsah er noch einmal die Notizen,die er auf den Bericht des Beamten, der die Leichenfeierlich-kciten des letzten Lords Ravenswvod Hintertreiben sollte, nie-dergeschriebcn hatte. In der Casuistik erzogen, und in derZweizüngigkeit des Gcrichtssaales wohl geübt, fand er keinegroße Arbeit, das Bild der Aufruhrscene, das er zuerst mitso grellen Farben gemalt hatte, in einem sanfteren Lichte er-scheinen zu lassen. Er empfahl seinen Rathscollegen gelindeMaßregeln gegen junge Leute, deren Blut und Charakter heiß,und deren Erfahrung gering sei. Er nahm keinen Anstand,einigen Tadel auf den Beamten fallen zu lassen, als habe der-selbe durch sein Betragen unnöthiger Weise Aergerniß gegeben.

Dies war der Inhalt seiner öffentlichen Depeschen. DieBriefe, die er an seine Freunde schrieb, denen die Leitung die-ser Sache wahrscheinlich übertragen werden würde, waren ineinem noch milderen Sinne verfaßt. Er stellte ihnen vor,daß Milde in dieser Sache eben so politisch als volksthümlichwäre, denn da man in Schottland die Leichenfeierlichkeiten sohoch achte, so würde jede Strenge, die man dem Herrn von