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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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also zeigte sich kein Cavalier, der das Ideal, das sich Lucievon der Ritterlichkeit des Herrn von Ravcnswood gemachthatte, erreichen oder verdunkeln konnte.

Während Lucie diesen Träumen nachhing, machte sie derblinden Alice häufige Besuche, in der Hoffnung, sie von demGegenstand reden zu machen, dem sie unbesonnener Weise einenso großen Raum in ihrem Inneren verstattete. Aber Alicetäuschte hierin ihre Wunsche und Erwartungen. Sie sprachgern und feurig von der Familie im Allgemeinen; aber inRücksicht des jetzigen Stammhalters schien sie ein genaues undstrenges Schweigen zu beobachten. Das Wenige, was sie vonihm sagte, war nicht so günstig, als Lucie gehofft hatte. Siegab zu verstehen, daß er ein hartes und unversöhnliches Ge-müth habe, das Unbilde lieber räche, als vergebe, und Luciehielt mit großer Unruhe diese Winke, die nur kärglich gegebenwurden, mit der feierlichen Warnung zusammen, womit Aliceihrem Vater gerathen hatte, sich vor Ravenswood zu hüten.

Aber der nämliche Ravenswood, von dem man einen soungerechten Argwohn genährt hatte, hatte unmittelbar daraufdie Warnung zu Nichte gemacht, als sie kaum geäußert war,indem er ihres Vaters Leben und ihr eigenes rettete. Hätteer wirklich ein so glühendes Rachegefühl genährt, wie AlicensWinke anzndeuten schienen, er hätte nicht einmal ein Verbre-chen zu begehen nvthig gehabt, seine schlechte Begierde zusättigen. Er brauchte nur einen Augenblick seinen so nöthigenBeistand zurückzuhalten, und der Gegenstand seines Haffeserlag einem schrecklichen und gewissen Tode, ohne daß er sei-nerseits die geringste Anstrengung zu machen brauchte. Sievermuthete also, daß irgend ein Vorurtheil oder der dem Alterund dem Unglück cigenthümliche Argwohn Alicen verleitet habe,eine so ungünstige Schilderung von dem Charakter des Herrn