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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
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Lucie, deren Besinnung sich bereits wieder gesammelt hatte,fühlte sich anfgcfvrdcrt, den Fremden anfmerksam zu betrach-ten. In seinem Aenßeren war nichts, was ihn ungencigt hättemache» dürfen, seinen Arm einer jungen Dame anzubietcn,die Hülfe bedurfte, oder was sie hätte veranlasse» können, sei-ne» Beistand auözuschlagen, und sie mußte, selbst in diesemAugenblick, annchmcn, das; er seine Hülfe kalt und ungern an-bicte. Ein Jägerkleiv von dunklem Tuch zeigte den Rang des-sen, der es trug, obgleich cs znm Theil von einem weitenfliegenden Mantel verhüllt wurde. Eine Jagdkappe mit einerschwarzen Feder bedeckte die Stirn des Schützen, und verstecktezum Theil sein Gesicht, das, so weit es sichtbar blieb, einenregelmäßigen und würdevollen, obgleich etwas düsteren Aus-druck hatte. Irgend ein geheimer Schmerz oder eine in Schwer-mut!) betrübende Leidenschaft hatte Glanz und Leben der Jugendin einem Gesichte verlöscht, das so sehr geeignet war, beideauszudrückc», und man konnte den Fremden nicht wohl an-blicke», ohne von Scheu oder Mitleid, oder wenigstens vonZweifel oder Neugierde bewegt zu werden.

Lucie erhielt den Eindruck, dessen Beschreibung uns so vielZeit gekostet, in der Schnelle des Augenblicks, und sie hatte kaumin das scharfe schwarze Auge des Fremden geblickt, als sie ihreigenes schamhaft und schüchtern zu Boden schlug. Doch dieNoihwendigkeit drängte zu reden, wenigstens dachte sie so, undsie begann stotternd ihrer wunderbaren Rettung zu gedenken, beiwelcher der Fremde, wie sic gewiß glaubte, mit des HimmelsBeistand ihr und ihres Vaters Beschützer gewesen sein müsse.

Gr schien sich ihrem Dank entziehen zu wollen, und sagteplötzlich:Ich lasse Euch hier, meine Dame," der feierlicheKlang seiner Stimme gab seinem gewissermaßen strengen Tonetwas Kräftiges, nichts Barschesich lasse Euch unter dem