waren blutigroth, und ließen den Baron vermuthen, daß seineunzeitige Neugierde den Tod dieses reizenden, wunderbarenWesens veranlaßt habe. Die Abbüßungen seines künftigen Le-bens bezeugten, was für Gewissensbisse er fühlte, und wieschwer er den Verlust so vieler Reize ertrug; er fiel in derSchlacht von Flodden, wenige Monate später. Doch zuvor hatteer zum Gedächtniß seiner Najade die Quelle» in welcher sie zuwohnen geschienen, mit Verzierungen geschmückt, und ihr Was-ser vor Entweihung oder Verunreinigung bewahrt durch dieErrichtung des kleinen Gewölbes, dessen Trümmer noch um dieQuelle zerstreut lagen. Von dieser Zeit an, hat man angenom-men, habe das Haus Ravenöwood seinen Verfall datirt.
Dies ist die allgemein angenommene Legende, welche Einige,die klüger sein wollen als das Volk, so erklären, als würdedadurch das Schicksal eines schönen Mädchens niedere» Standes,der Geliebten dieses Raymonds, angedentet, das von ihrem Lieb-haber in einem Ausbruch von Eifersucht erschlagen, und dessenBlut mit dem Wasser der sogenannten verschlossenen Quellevermengt worden war. Andere glaubten, daß diese Sage einenweit älteren Ursprung in der heidnischen Mythologie habe. Allesind darüber einig, daß dieser Ort dem Geschlechte Ravenswoodverderbenbringend war, und daß von dem Wasser dieser Quelle zutrinken, oder nur ihrem Rand zu nahen, für die Abkömmlingedieses Hauses so bedeutungsvoll war, wie für einen Grahamegrün zu tragen, für einen Bruce eine Spinne zu tödten, füreinen St. Clair an einem Montag über die Ord zu gehen.
Es war an diesem verhängnißvollen Orte, wo Lucie Ashtonnach einer laugen, fast tödtlichen Ohnmacht zuerst wieder ath-mete- Schön und blaß wie die fabelhafte Najade bei der bit-teren Trennung von ihrem Geliebten saß sie, den Rücken ge-gen die zertrümmerte Mauer gelehnt, während sich ihr Schleier,