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racker, so betrog auch sie sich in der Bcurtheilung des Ge-müthes einer Tochter, die unter dem Anschein von Kälte denKeim jener Leidenschaften nährte, die gleich dem Kürbis desPropheten oft über Nacht hervorbrcchen, und durch ihre großeWärme und Tiefe den Beobachter in Erstaunen setzen. Inder Tbat, Lucicns Herz schien kalt, weil sich noch nichts ge-zeigt hatte, was cs in Flammen gesetzt hätte. Bis hierherwar ihr Leben einförmig und heiter dahiugeflossen, und wohlihr, wäre nicht diese Ruhe der des Stromes ähnlich gewesen,ehe sich derselbe brausend über die Felsen stürzt!
»So, Lucic," sagte ihr Vater, der bei Beendigung des Ge-sangs hcreintrat, „lehrt dich dein musikalischer Philosoph, dieWelt zu verachten, ehe du sie kennst? — das ist fürwahr einwenig z» früh. Oder sprichst du bloß nach der Weise schönerKinder, welche die Freuden des Lebens immer gering schätzen,bis sie sich denselben hingcbcn auf den Rath eines stattlichenRitters?»
Lucie erröthete, wehrte sich gegen jede Folgerung aus ihremzufällig gewählten Gesang, und legte ihr Instrument willigbei Seite, als ihr Vater sic zu einem Spaziergang aufforderte.
Ein großer und holzreichcr Park oder Gehege bedeckte denHügel hinter dem Schlosse, das, wie gesagt, einen von derEbene aufsteigendeu Paß cinnahm, und an dem Eingang des-selben die Waldgegend vcrtheidigte, die sich im Hintergründemajestätisch erhob. Nach dieser romantischen Gegend wandel-ten Vater und Tochter Arm in Arm durch einen schönen Ul-mengang, unter dem man von Weitem Gruppen von Dam-wild umherstreifen sah. Während sic langsam weiter gingen,und die schöne Natur bewunderten, für welche Sir WilliamAshton trotz seines Geschäftslebens viel Gefühl und Geschmackbezeigte, wurden sie von dem Förster eingehvlt, der mit seiner