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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Ashton zog ihren ältesten Sohn, der einen großen Theil ihreskühnen Ehrgeizes geerbt hatte, einer Tochter vor, deren Ge-mnthsruhe an Geistesschwäche zn gränzen schien. Der ältesteSohn war um so eher der Liebling der Mutter, weil er, ob-wohl gegen die Gewohnheit vornehmer schottischer Familien,den Namen ihres Stammvaters führte.

Mein Sholto," sagte sie,wird die Ehre seines mütterlichenGeschlechts bewahren, und die seines väterlichen erhöhen. Diearme Lucie taugt nicht für Höfe und belebte Hallen. Irgendein Landlaird muß sie hcirathen, der reich genug ist, ihr allesGlück zu versichern, ohne daß slc sich anzustrengen braucht, sodaß sie keine Thräne zn vergießen hat, es sei denn aus Furcht,daß ihr Gemahl bei einer Fuchsjagd den Hals brechen möge.Freilich auf solche Art ist unser Geschlecht nicht gestiegen, undso kann es nicht gedeihen und wachsen. Die Würde des LordKeeper ist noch neu; wir müssen zeigen, daß wir derselbengewachsen sind, und daß wir sie zu behaupten wissen. Boralten, gewohnten, angestammten Autoritäten pflegt sich dieWelt zu beugen; wenn wir nicht die Leute zwingen, sich nie-derzuwerfen, so werden sie aufrecht vor uns stehen bleiben.Eine Tochter, die zur Schäferin oder zur Nonne taugt, istnicht gemacht, der Welt Achtung abzuzwingen, und da unsder Himmel einen dritten Sohn verweigert hat, so sollte Luciedurch einen angemessenen Charakter seine Stelle ersetzen. Daswird eine glückliche Stunde sein, wann sie ihre Hand einemManne reichen wird, der thatkräftigcr ist als sie selbst odereben so wenig ehrgeizig."

Dies waren die Betrachtungen einer Muttsr, welcher dieLiebe und das künftige Familienglück ihrer Kinder wenigertheuer waren als der Rang und die weltliche Größe dersel-ben. Aber wie so viele Aeltcrn von feurigem, lebhaften Cha-