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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Die von ihr gewählten Worte schienen sehr ans ihren Cha-rakter zn passen: denn Luciens ausgezeichnet schöne, doch et-was zu weiche Züge waren gemacht, Seelenruhe, Heiterkeit,und Verachtung des weltlichen Flitters auszudrücken. Ihredunklen Goldlacken umzogen die glänzend weiße Stirne, wiegedämpfter Sonnenschein einen Schncchügel. Der Ansdruckihres Gesichts war höchst freundlich, sanft, schüchtern und zärt-lich, und schien ein fremdes Auge eher zu scheuen, als dessenBewunderung zn suchen. Es mar etwas Madonnenartigesdarin, was vielleicht ihrer zarten Gesundheit und dem Aufent-halt in einer Familie zuzuschreiben war, deren Glieder stolzer,lebendiger und thalkräftiger waren als sie.

Jndeß ihre Gcmüthsrnhe hatte nichts mit Gleichgültigkeitoder Gefühllosigkeit gemein. Ihrem eigenen Geschmacke über-lassen, war Lucie Ashton besonders dem Romantischen geneigt.Ihr geheimer Genuß waren die alten Legenden, in denen sichheiße Liebe und unverbrüchliche Treue mit seltsamen Aben-theuer» und übernatürlichen Schrecknissen mischten. Dies wardas Lieblingsreich ihrer Träume, und hier erbaute sie ihreLuftschlösser. Aber es war nur im Geheimen, daß sie diesertrüglichcu und doch so beseeligcnden Schwärmerei nachhing.Im einsamen Kämmerlein oder in der grünen Laube, die siesich ausersehen und nach ihrem Namen genannt hatte, ver-theiltc sie in der Einbildung die Turnierpreise, und winkteden wackern Kämpfern Beifall zn, oder sie irrte, von demgroßmüthigen Löwen begleitet, mit Una in der Wüste, odersie verglich sich mit der bescheidenen, doch hochgesinnten Mi-randa in der Zauber- und Wunderinsel.

In Bezug auf äußere Dinge stund Lucie unter dem Ein-fluß ihrer Umgebung Sie leistete gern auf eigene Wahl Ver-zicht, und machte sich aus der Meinung ihrer Freunde einen

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