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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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an, den Edgar Ravenswood mit einem stummen Winke ab-lehnte. Fest und ohne eine Thräne erfüllte er diese letztePflicht. Der Stein wurde auf die Gruft gelegt, die Thüredes Ganges verschlossen, und der Jüngling nahm die schwerenSchlüssel zn sich.

Als die Versammlung die Kapelle verließ, blieb er auf denStufen, die zu dem gothischen Chore führten, stehen.Edel-leute und Freunde," sagte er,es war kein gewöhnlicher Dienst,den ihr heute eurem verstorbenen Verwandten erzeigt habt.Die Todtengebete, die in anderen Ländern dem geringstenChristen vergönnt sind, würden heute eurem verstorbenen Ver-wandten verweigert worden sein ihm, der wahrhaft nichtaus dem geringsten Hause in Schottland entsprossen istwären sie ihm nicht versichert worden durch euren Muth. An-dere begraben ihre Tobten unter Trauer und Thränen, inStille und Andacht; unsere Begräbnisse werden durch Vögteund Lanzknechte geschändet, und der Schmerz, den wir unse-rem geschiedenen Freunde schuldig sind, wird in unseren Zü-gen durch die Gluth gerechten Zornes verdrängt. Aber esist gut, daß ich weiß, aus welchem Köcher dieser Pfeil her-kam. Der allein, der dieses Grab gegraben, konnte auch grau-sam genug sein, die Bestattung zu stören; und der Himmellasse mir ein Gleiches und Aergeres widerfahren, wenn ichdiesem Manne und seinem Hause nicht das Verderben unddie Schmach vergelte, die er über mich und mein Haus ge-bracht hat!"

Ein großer Theil der Versammlung billigte laut diese Redeals den begeisterten Ausdruck eines gerechten Zorns; aber dieKälteren und Vernünftigeren bedauerten, daß eine solcheSprache geäußert worden war. Der Glücksstand des Erbenvon Ravenswood, dachten sie, wäre zu gering, als daß er es