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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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mit einem Feind auf die Länge aufnehmen könne, den dieseoffenen Ausbrüche von Zorn nothwendig reizen müßten. IhreBefürchtungen erwiesen sich jedoch als grundlos, wenigstensin dem, was diesem Auftritt zunächst folgte.

Die Leidtragenden kehrten nach dem Thurme zurück, umdaselbst, wie's gebräuchlich war, zu Ehren des Verstorbenenzu zechen, das Haus der Klage mit Saus und Braus zu er-füllen, und bei einem große», verschwenderischen Gelage diegeringen Einkünfte des Erben des Mannes, dessen Bestattungsie so seltsam feierten, zu verringern. Jndcß war es derBrauch, und er wurde bei der jetzigen Gelegenheit strengbeobachtet. Die Tische schwammen in Wein, das Volk schmausteim Hofe, die Pachter in Küche »nd Speisekammer, und Ravens-wood bestritt kaum mit den Einkünften zweier Jahre die Kostendes Leichenschmauses. Der Wein that seine Wirkung beiAllen, ausgenommen den Herrn von Ravenswood, ein Titel,den er beibehielt, obgleich derselbe in seinem Vater beschimpftworden war. Er horchte, während der Pokal, den er selbstnicht kostete, herumging, auf tausend Flüche gegen den LordKeeper und auf tausend Betheucrungen von Anhänglichkeit anihn selbst und die Ehre seines Hauses. Mit finsterer Stirnehorchte er auf diese Aufwallungen, die er mit Recht für ebenso nichtig ansah als die Blasen am Rand des Bechers oderdie Dünste, welche der Wein in dem Gehirn der Zecher um-her erregte.

Als die letzte Flasche geleert war, schieden die Gäste unterheißen Bctheuerungen, die den Morgen darauf vergessen wa-ren, oder, wenn's die eigene Sicherheit erheischte, widerrufenwurden.

Nachdem Ravenswood die Abschiedsgrüße mit kaum ver-hehlter Verachtung empfangen hatte, sah er seine zerfallene