42
einzigen Sohne des Verstorbenen, Edgar, gemeinhin Herr vonRavcnswood genannt, einem Jüngling von zwanzig Jahren,vor allen Andern fühlbar. Er fuhr mit der Hand an's Schwert,und nachdem er dem Beamten geboten, sich auf seine Gefahrjeder weiteren Unterbrechung zu enthalten, befahl er dem Geist-lichen, fortzufahren. Der Beamte wollte seinen Auftrag er-zwingen; aber als mit einmal hundert gezückte Schwerter blitzten,begnügte er sich, gegen die Gemalt zu protestircn, die ihm beider Ausübung seiner Pflicht angethan worden, und in derFerne stehend, betrachtete er als ein mürrischer Zuschauer dieCcremonie, murmelnd, als wollte er sagen: ihr sollt den Tagbereuen, der mich durch diese Antwort hemmt.
Der Auftritt war des Pinsels eines Künstlers würdig.Gerade unter dem Gewölbe dieser Wohnung des Todes nahmder über den Vorfall erschrockene und um seine Sicherheit be-sorgte Geistliche hastig und ungern die feierlichen Kirchengebetewieder auf, und er sprach Staub zu Staub und Asche zuAsche über den Trümmern des Stolzes und vermoderter Herr-lichkeit. Im Kreise stunden die Verwandten des Tvdten; ihreZüge, die mehr Aerger als Schmerz ausdrückten, und ihregezückten Schwerter bildeten einen schneidenden Contrast mitihren Trauerkleidern. Auf dem Gestchte des jungen Mannesallein schien der Aerger für den Augenblick dem tiefen Schmerzezu weichen, womit er seinen nächsten, ja einzigen Freund be-trachtete, der nun der Gruft seiner Vorfahren übergeben wer-den sollte. Ein Verwandter sah ihn leichenblaß werden, alsnach Vollendung der Ceremonie der erste Leidtragende in'sGrabgewölbe, wo modernde Särge ihren zerfetzten Sammetund verwittertes Beschläge zeigten, den oberen Theil des Sargshinunterlassen mußte, um ihn der Verwesung zuzugesellen.Er sprang auf den Jüngling zu, und bot ihm seinen Beistand