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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
Seite
36
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In diesen Tagen war kein König in Israel. SeitJakob VI. abgercist war, die reichere und mächtigere Krone vonEngland aufzusetzen, gab es in Schottland streitende Parteienunter dem Adel, von denen abwechselnd die eine oder die anderedie oberherrlichc Gewalt ausübte, je nachdem die Ränke dereinen oder der anderen am Hofe von St. James den Siegerhielten. Die Uebel, welche dies Rcgierungssystem begleiteten,gleichen denen, welche die Pachter irischer Güter, des Eigen-thums eines Abwesenden, Niederdrücken. Es gab keine höchsteGewalt, die ein gemeinschaftliches Interesse mit der großenGesammtheit forderte und besaß, an die sich der Unterdrücktehätte wenden mögen, »m Recht oder Schutz zu finden gegenuntergeordnete Tyrannei. Ein Monarch, sei er noch so stumpf,noch so selbstsüchtig, noch so sehr geneigt zur unumschränktenHerrschaft, muß in einem freien Lande, wo sein Interesse sogänzlich mit dem der Gesammtheit verknüpft ist, und wo sichdie üblen Folgen eines entgegengesetzten Betragens so nah'und so mächtig zeigen, durch gewöhnliche Politik sowohl, alsdurch gewöhnliches Gefühl zu der Erkenntniß gelangen, daßdas Recht gleichmäßig ausgetheilt, und daß der Thron aufGerechtigkeit gegründet werden müsse. Selbst anerkannte Des-poten.und Tyrannen sind in ihrer Rechtspflege zwischen ihrenUnterthanen streng gewesen, wenn in der Sache ihre eigeneMacht und ihre Leidenschaften nicht im Spiele waren.

Ein Anderes ist es, wenn die oberherrlichc Gewalt durchdas Haupt einer von einem Nebenbuhler beständig angefeinde-ten aristokratischen Partei ausgeübt wird. Die wenig dauerndeund unsichere Gewalt muß hier angewandt werden zur Be-lohnung der Anhänger, zur Erweiterung des Einflusses, zurUnterdrückung und Vernichtung der Widersacher. Selbst AbanHassan, der uneigennützigste aller Vicekönige, vergaß nicht,