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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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woraus erhellet, daß von einem vollkommenen jungen Edel-manne in alten Zeiten mehr verlangt wurde als in den jetzigen:

Sei» Leib, der nicht sehr breit war oder schmal,

War leicht, gelenksam und voll Kraft zumal-Sein Temp'rament war Blut gemischt mit Galle,

Und da« ist mehr werth, als die andern alle.

In Haltung, Sprache, Umgang, Anzug wies

Er das, was lobend jeder Weise pries

Und immer anempfahl die gute Mittelstraße,

Die sich entfernt hält von dem Uebermaße.

Und so war er in jeglichem Bezug

Ein Musterbild, das man schätzt nie genug.

Sparsam und doch kein Filz, ein reicher SpenderUnd doch nicht ein unzeitiger Verschwender,

Weil er gar wohl die schwere Kunst verstand,

Zu öffnen und zu schließen seine Hand.

Er »war bescheiden, doch wenn'« galt zu wagen.

Hat er sich nie dem guten Zweck entschlagen

Vertraulich stets im Umgang, nicht gemein, *

Mußt' er gehörig fern' und nah' zu sein.

Er liebte eS, zu Fuß sich zu ergehen;

O! hätte man ihn nie zu Pferd gesehen.

DeS HoflS Geschäfte kannte er durchaus;f Doch er vergaß darüber nicht sein Haus.

Er mußt' vollkommen wohl, am Hof zu leben;

Doch macht' er selten sich dorthin begeben;

Er liebt' das Land, und lernte so genauUnd gut die Viehzucht und den Ackerbau.

Mit Prüfen, Bessern, Trockenlegen, GrabenUnd ander» Dingen, die viel Bortheik haben,

Mit Pflanzen, Ebnen und mit manchem PlanZu allerlei Gebäuden war er dran,

Mir grad so vielem Nutzen als Gewinne,

Die Grillen zu verjagen aus dem Sinne.

Zm Handel und Geschäfte grad und schlicht,

Gerecht bei Theilung war er nie erpicht,

Der Rechtsverdreher Kunst sich zu bedienen:

Denn schlichte Schiedrichter ihm besser schienen.