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dennoch, Robin, liebe ich Dich um so mehr, weil Dein freund-licher Charakter sich bisweilen selbst durch Deine überlegtePolitik zeigt."
„Ich wollte zu Gott, mein königlicher Bruder," sagte Al-bany mit halberstickter Stimme, „daß das blutige Feld, wel-ches wir sahen, das Schlimmste wäre, was wir heut' zu sehenoder zu hören hätten. Ich wollte mich wenig bekümmernwegen des wilden Volks, das dort wie Aas aufgehäuft liegt.Aber" — er hielt inne- —
„Wie!" rief der König erschreckt. — „Welch' neues Un-glück? — Rothsay? — Es muß sein — ist es Rothsay? —Sprich es aus! — Welch' neue Thorheit hat er begangen?— Welches frische Unheil?"
„Mylord — mein König — Thorheit und Unheil find nunvorbei mit meinem unglücklichen Neffen "
„Er ist todt! — er ist todt!" rief der angsterfüllte Vater.„Albany, als Dein Bruder beschwör' ich Dich — aber nein,ich bin Dein Bruder nicht mehr! Als Dein König, finstrer,verschlagener Mann, fordere ich Dich auf, das Aergste zu sagen!"
Albany stotterte: — „Die einzelnen Umstände sind mirnur unvollkommen bekannt — gewiß aber ist, daß mein un-glücklicher Neffe letzte Nacht in seinem Zimmer von plötzlicherKrankheit getödtet gefunden ward — wie ich hörte."
„O, Rothsay! — O, mein geliebter David! — WollteGott, ich wäre für Dich gestorben — mein Sohn — meinSohn!" —
So sprach, in den begeisterten Worten der Schrift, der hilf-lose und beraubte Vater, seinen grauen Bart und das weißeHaar zerraufend, während Albany, sprachlos und vom Gewis-sen getroffen, den Sturm seines Schmerzes nicht zu unter-brechen wagte. Aber der Schmerzenskampf des Königs ging
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