193
einzunehmen, ein Ehrenplatz, den Harrp nicht ablehnen konnte,obwohl er ihn mit Widerstreben cinnahm.
Als die Clans so einander gegenüber aufgezogen waren,zeigten sie ihre Fehdelust und ihre Begier zum Kampfe durchein wildes Geschrei an, welches, vom Clan Quhele ausgestoßen,der Clan Chattan zur Antwort widerhallen ließ, indem Allezu gleicher Zeit ihre Schwerter schüttelten und einander droh-ten, als wenn sie die Einbildungskraft ihrer Gegner besiegenwollten, bevor sie den Streit wirklich begönnen.
In diesem Augenblicke der Prüfung wurde Torquil, dernie für sich selbst gefürchtet hatte, von Unruhe ergriffen, hin-sichtlich seines Pflegesohnes, tröstete sich jedoch, indem er be-merkte, daß er eine entschlossene Miene zeigte, und daß diewenigen Worte, die er zu seinem Clan sprach, kühn geäußertwurden und wohlberechnet waren, sie zum Kampfe zu ermu-thigcn, da sie seinen Entschluß ausdrückten, ihr Schicksal zuTod oder Sieg zu theilen. Aber cs war keine Zeit zu fer-nerer Beobachtung. Die Trompeten des Königs tönten zumAngriff, die Sackpfeifen ließen ihre schmetternden, betäubendenTöne hören, und die Streiter in regelmäßiger Ordnung vor-schreitcnd, unk ihren Schritt bis zum schnellen Laufe beschleu-nigend, trafen mitten im Kampfplatze zusammen, wie einwüthendcr Landstrom der nahenden Meerfluth begegnet.
Einige Augenblicke schienen die vordersten Reihen, mit ihrenlangen Schwertern gegen einander hauend, in einer Folge ein-zelner Kämpfe begriffen; aber die zweite und dritte Reihekamen von Beiden Seiten, angetrieden durch die Gier desHaffes und den Durst nach Ehre, drängten sich durch die Zwi-schenräume und machten die Scene zu einem lärmenden Chaos,über dem die gewaltigen Schwerter stiegen und sanken, einigeimmer blinkend, andere von Blut überströmt; sie schienen beiMädch. v. Perth. III. IS