Druckschrift 
15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
Entstehung
Seite
185
Einzelbild herunterladen
 

185

daß der Platz bis auf den heutigen Tag die goldene odervergoldete Laube heißt.

Die hochländischen Musiker, welche die geeigneten Pibrochsoder Schlachtweisen der jederseitigen Partei gespielt hatten,schwiegen, als sie den Anger betraten, denn so lautete der ge-gebene Befehl. Zwei stattliche aber bejahrte Krieger, jeder dasBanner seines Stammes tragend, schritten an die entgegenge-setzten Seiten der Schranken und steckten ihre Standarten indie Erde, bereit, die Zuschauer eines Gefechts zu sein, woransie nicht Theil nahmen. Die Pfeifer, die gleichfalls neutral imKampfe sein sollten, nahmen ihre Plätze bei ihren Brattachs ein.

Die Menge empfing beide Schaaren mit dem allgemeinenGeschrei, womit sie bei ähnlichen Gelegenheiten diejenigenbegrüßt, von deren Bemühungen sie Unterhaltung, oder, wiesie sich ausdrllckt, Spaß erwartet. Die erwählten Kämpfererwiderten diesen Gruß nicht, sondern jede Schaar begab sichnach entgegengesetzten Seiten der Schranken, wo sich Eingängebefanden, durch die sie ins Innere gelassen werden sollten. Einestarke Abtheilung Bewaffneter bewachte jeden Eingang; und derGraf Marschall auf der einen, der Lord Großconnetable aufder anvern Seite untersuchten sorgfältig jeden Einzelnen, ob erdie gehörigen Waffen, nämlich Helm, Panzer, zweihändigesSchwert und Dolch führe. Auch zählten sie beide Schaaren,und groß war der Schrecken des Volkes, als der Graf von Erroldie Hand emporhielt und rief: »Ho! der Kampf kannnicht beginnen, denn dem Clan Chattan fehlt ein Mann."

»Was thut das?" sagte der junge Graf von Crawford;sie hätten besser zählen sollen, ehe sie von Hause gingen."

Der Graf Marschall stimmte indeß dem Connetable bei,daß das Gefecht nicht vor sich gehen könne, bis die Ungleich-heit beseitigt sei, und allgemein regte sich die Besorgniß unter