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kleine schmale Treppe, deren Vorhandensein man kaum ge-wahrte, und die eine Fallthure im Zimmer schloß, führtedurch einen Gang in die unterirdischen Kerker des Schlosses,durch welchen der Schloßherr insgeheim und verkleidet die Be-wohner dieser furchtbaren Region besuchen konnte. Auf die-ser Treppe brachten die Verruchten den besinnungslosen Prin-zen in den tiefsten Kerker des Schlosses, so weit in den Ein-geweide» der Erde, daß kein Geschrei und Stöhnen vernommenwerden konnte, während die Stärke der Thürcn und derSchlösser, auch wenn der Eingang entdeckt worden wäre, langeZeit der Gewalt getrotzt hätte. Bonthron, der nur zu die-sem Zwecke vom Galgen gerettet wurde, war das thätigeWerkzeug der unmenschlichen Grausamkeit Ramornp's gegenseinen verführten und verrathenen Herrn.
Dieser Elende besuchte den Kerker zu der Zeit, als desPrinzen Lethargie zu weichen begann und als er, zur Besin-nung erwachend, tödtliche Kälte empfand, unfähig sich zuregen und belastet mit Ketten, die ihm kaum gestatteten, sichauf dem feuchten Stroh zu erheben, auf welches er gelegtwar. Sein erster Gedanke war, er sei in einem fürchterlichenTraume — sein nächster ließ ihn die Wahrheit dunkel ahnen.Er rief, lärmte, schrie endlich wie rasend — aber keine Hilfekam und nur das Kerkergewölbe antwortete. Das Werkzeugder Hölle hörte dieses Schreien der Verzweiflung und berech-nete es kalt gegen die Vorwürfe und den Hohn, womit Roth-say seine ahnungsvolle Abneigung gegen ihn ausgedrückt hatte.Als der unglückliche Jüngling erschöpft und hoffnungslosschwieg, beschloß der Grausame, sich seinem Gefangenen zuzeigen. Die Schlösser rasselten und der Riegel fiel; der Prinzstand auf, so weit es seine Ketten erlaubten — ein rotherLichtstrahl, gegen den er die Augen schloß, strömte durch'S