Zweiunddreißigstes Kapitel.
In langen Winternächten sitz' am FeuerMit guten alten Leuten, und laß Dir erzählenVan längst entsthwundner, jammervoller Zeit;lind eh' Du gute Nacht sagst, zur VergeltungErzähl' Du ihnen mein betrübtes Ende.
K ö n i g Rich ard II. Akt V. Scene I.
Sehr anders aber war das Schicksal des irregeleiteten-Erben von Schottland gewesen, als man es in der StadtFalkland ausstreute Sein ehrgeiziger Oheim hatte seinenTod beschlossen, als einziges Mittel zur Beseitigung der er-sten und furchtbarsten Schranke zwischen seiner eigenen Familieund dem Throne. James, der jüngere Sohn des Königs, warnur ein Knabe, der mit mehr Muße leicht beseitigt werdenkonnte. Ramorny'S Aussichten auf größere Macht und dieRachlust, die er seit Kurzem gegen seinen Gebieter nährte,machten ihn zum bereitwilligen Werkzeug für Rothsay'S Unter-gang. Dwining leitete dabei seine Habsucht und natürlicheBosheit. Man beschloß mit der berechnendsten Grausamkeit,alle Mittel zu vermeiden, die Zeichen gewaltsamen Todeshinterlassen würden, und das Leben durch Entziehung jedesHeilmittels für einen schwachen und angegriffenen Körper vonselber erlöschen zu lassen. Der Prinz von Schottland solltenicht ermordet werden, wie Ramorny sich bei einer andern Ge-legenheit ausgcdrückt hatte, — er sollte nur aufhören zu leben-Rothsay'S Schlafgemach im Schlosse Falkland war zurAusführung eines so schrecklichen Planes wohlgceignet. Eine